Schutz antiker buddhistischer Kunst dank moderner Technik

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(Quelle: cri)

Die Mogao-Grotten in Dunhuang stehen mit ihren insgesamt 700 Grotten, 2.400 Tonfiguren und etwa 45.000 Quadratmeter großen Wandmalereien auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Die Kulturschätze konnten über die Jahre vielen Bedrohungen wie zum Beispiel Kriegen, schädlichen Umwelteinflüssen und der Habgier von Kulturgüterdieben trotzen. Nun aber sehen sie sich mit einer neuen Herausforderung konfrontiert: Nämlich dem Touristenansturm.

Um dieser Herausforderung zu begegnen, arbeitet die Forschungsakademie Dunhuang seit Jahren mit vielen ausländischen Institutionen zusammen, um die Mogao-Grotten zu schützen. Einer der Kooperationspartner ist das Getty Conservation Institute in den USA, das sich seit den 1990er Jahren mit der Forschungsakademie gemeinsam dafür einsetzt, die historischen Kunstgegenstände zu digitalisieren. Neville Agnew, Experte des Getty Conservation Institutes, schätzt diese Zusammenarbeit sehr:

„Ich bin stolz darauf, was wir gemeinsam geschaffen haben. Meiner Meinung nach ist es eine besondere Kooperationsform in China und in Dunhuang. Solch eine Art der Zusammenarbeit sollte in Zukunft als Vorbild für Kollaborationen zwischen unterschiedlichen Ländern bzw. Völkern dienen. “

Auch Wang Xiaowei, Vizedirektor vom Schutzzentrum der Forschungsakademie Dunhuang, zeigt sich zufrieden mit der Zusammenarbeit:

„Wir haben ein umfassendes Standardsystem ins Leben gerufen, um die alten Wandmalereien zu schützen. Bezüglich des Schutzes von Kulturerbe steht Dunhuang meiner Meinung nach besser da als viele andere historische Örtlichkeiten.“

Vor kurzem hat eine digitale Kunstausstellung stattgefunden. Dabei wurden die antiken Wandmalereien, Skulpturen und andere Relikte aus Dunhuang, die auf das Jahr 430 n.Chr. datiert werden können, ausgestellt. Mit Unterstützung neuer Technologien.

Mit Hilfe einer VR-Brille fühlt sich der Besucher wie in einer Grotte in Dunhuang, wo er die dortigen Kulturschätze virtuell bewundern kann.

Die Forschungsakademie Dunhuang hat eine Datenbank gegründet, um umfangreiche Informationen aus den Mogao-Grotten dauerhaft zu bewahren. Auf dieser Basis ist nun eine Onlinetour ermöglich. Man kann die Grotten zu jeder Zeit online besuchen, egal wo man sich befindet. Ziel ist es, die Zahl der Besucher vor Ort zu reduzieren. Wu Jian, Direktor des Digitalisierungszentrums der Forschungsakademie Dunhuang, erklärt den innovativen Online-Service:

„Wir haben 30 Grotten online gestellt, die verschiedene Erdepochen zeigen, um eine digitale Plattform über die Kulturschätze Dunhuangs aufzubauen. Wir wollen einfach die wunderschönen Mogao-Grotten mit anderen teilen. Deshalb ist der Besuch der Plattform für alle User kostenlos. “

Die Forschungsakademie Dunhuang arbeitet mittlerweile mit westlichen Universitäten bzw. Museen an der Förderung entsprechender Techniken zum Schutz von lokalen Kulturschätzen. Zudem plant das Institut auch, seine Erfahrungen in den Bereichen Restauration und Digitalisierung historischer Gegenstände mit anderen Ländern entlang der Seidenstraße zu teilen. Dazu Wang Xiaowei, Vizedirektor des Schutzzentrums der Forschungsakademie Dunhuang:

„Vor dem Hintergrund der Seidenstraßeninitiative wollen wir die Zusammenarbeit mit anderen Ländern bezüglich des Schutzes und der Untersuchung von kulturellen Relikten und der Ausbildung des betreffenden Personals ausbauen. Damit hoffen wir, mehr Menschen aus unterschiedlichen Ländern die Kultur Dunhuangs zeigen zu können. Das ist für unsere Kulturgeschichte von großer Bedeutung.“

In Zukunft plant die Akademie, die Zusammenarbeit mit Ländern wie Russland und Indien, die auch über Kulturgegenstände aus Dunhuang verfügen, zu intensivieren und die Datenbank der alten buddhistischen Kunst zu vervollständigen. (cri)

 

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