Die Kraft des Marktes bei der Armutsbekämpfung

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(Quelle: cri)

Das Wasser der Bergquelle fließt hier in die über 20 Hektar Ackerland des Dorfes Jiangbian und bewässert ihre Erdbeeren. Hier liegt das Penghao-Anbauzentrum für Erdbeeren. Sie gilt als Vorbild der Armutsbekämpfung durch Entwicklung der Industrie in der Stadt Jinggangshan. Allein von November 2015 bis Mai 2016 hat das Anbauzentrum über 250 Tonnen Erdbeeren verkauft und einen Absatz von über sechs Millionen Yuan gemacht. Die 33 in Armut lebenden Familien des Dorfes Jiangbian, die am Erdbeeranbau beteiligt sind, verdienten dadurch über 10.000 Yuan. Die Besonderheiten des Anbauzentrums erklärt der Sekretär des Parteikomitees der Gemeinde, Wang Di:

„Wir haben die richtige Branche gewählt. Beim Erdbeerenanbau erhält man Gewinn schon im gleichen Jahr nach dem Anbau. Im September haben wir die Sämlinge angebaut. Bereits im November des gleichen Jahres kann man mit dem Aufsammeln anfangen. Die lange Ernteperiode kann sogar bis Mai des kommenden Jahres dauern. Darüber hinaus haben wir den richtigen Chef gewählt. Der Chef des Zentrums Gan Zhongming hat selber auch den Wunsch, in die Armutsbekämpfung zu investieren. Nicht zuletzt können die armen Familien unterschiedliche Vorteile daraus ziehen. Dazu gehören Miete für die Böden, Profite des Erdbeerenanbaus und Dividende der Aktien. In den letzten zwei Jahren haben die Bewohner hier Hoffnungen und Zuversicht bekommen.“

Der 52jährige Gan Zhongming wurde in einer kleinen Gemeinde neben Jinggangshan geboren. Bevor er in seine Heimat investierte, machte er Obstgeschäft in Shenzhen in Südchina. Nachdem sich der Absatzumfang seines Geschäfts ständig entwickelte, hat das fehlende Angebot an hochwertigen Obstsorten, wie Erdbeeren, die weitere Entwicklung des Geschäfts eingeschränkt. Da er damals keinen passenden Anbieter gefunden hat, kam er dazu, selbst Erdbeeren anzubauen. Nach Untersuchung und Inspektion beschloss er schließlich, in seiner Heimat in Jinggangshan ein Anbauzentrum für Erdbeeren zu gründen. Die direkte Entfernung zwischen Jinggangshan und Shenzhen beträgt nur 600 Kilometer. Demnach können die aufgesammelten Erdbeeren innerhalb eines Tages nach Shenzhen transportiert werden.

In der Gemeinde Nashan leben über 16.000 Bewohner. Allein 80 Prozent von denen betreiben Landwirtschaft. Nach Statistiken von 2014 lebten 809 Bewohner in 247 Familien in Armut. Das sind etwa fünf Prozent der gesamten Bevölkerungszahl der Gemeinde. Im Vergleich zur Armutsquote Jinggangshans von 13 Prozent ist sie viel niedriger. Trotzdem legte die Lokalregierung viel Gewicht auf die Armutsbekämpfung. Gan Zhongming erinnert sich daran, wie sein Anbauzentrum mit der Armutsbekämpfung kombiniert wurde:

„Im Mai haben Beamte der Stadt- und Gemeinderegierung ihre Hoffnung geäußert, dass wir Unternehmer auch an der Armutsbekämpfung teilnehmen. Damals wollte ich einfach Geld geben. Doch sie sagten mir, dass sie kein Geld wollen. Sie wollten das Anbauzentrum zu einer Plattform machen, um nachhaltige Entwicklung der umliegenden Dörfer zu realisieren.“

Nach Verhandlungen mit der Lokalregierung entschied sich Gan Zhongming, 17 Gewächshäuser den in Armut lebenden Familien anzubieten. Anfangs wurden nur sechs davon unter Vertrag genommen. Yang Binhe war einer davon:

„Ich habe früher oft in den Städten gejobbt. Dann war mein Vater krank. Da musste ich zurück. Ich konnte hier in der Heimat aber keinen passenden Job für mich finden. Dann hörte ich vom Anbauzentrum. Ich wollte mein Glück versuchen.“

Schon im vergangenen Jahr hat Yang Binghe durch die beiden Gewächshäuser 20.000 Yuan verdient. Die Verbesserung der Lebensumstände seiner Familie hat viele andere Dorfbewohner auch motiviert. Im vergangenen Jahr wurde das Anbauzentrum auf 23,3 Hektar ausgebaut. Insgesamt 144 Familien in der Gemeinde haben sich an dem Anbau von Erdbeeren beteiligt. Eine nachhaltige Form der Armutsbekämpfung herrscht nun in der Gemeinde Nashan vor. (cri)

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