Dengfeng – Kungfu City

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Knapp zwei Stunden Busfahrt von Luoyang liegt der einst kleine Ort Dengfeng am Fuße des 1500 m hohen Heiligen Berges Songshan. Dengfeng bildet das Zentrum eines historisch wertvollen und mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten versehenen Gebiets, das unter dem Namen „Zentrum von Himmel und Erde“ zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt wurde.

Das Shaolin-Kloster
Wenige Menschen können mit dem Namen „Dengfeng“ etwas anfangen. Doch wenn man vom Shaolin-Kloster hört oder von Kungfu, dann ist allen gleich klar, worum es geht. Der Legende nach wurde das Kloster bereits im 5. Jahrhundert von einem indischen Mönch gegründet. Die wachsende Gemeinschaft der Mönche übte neben der Meditation auch die Bewegung von Vögeln und Tieren und entwickelte daraus das Schattenboxen Taiji. Das Kloster wurde im Laufe der Zeit mehrfach überfallen und geriet auch in Kriegswirren. Als Verteidigung und Abwehr entstanden die berühmten Kungfu-Übungen. Das Kloster ist in der ganzen Welt berühmt. Doch die meisten Shaolin-Shows werden nicht von den Mönchen selbst gezeigt. Nur wenige Menschen erhalten die Auszeichnung, im Koster selbst Kungfu zu lernen. Die meisten weichen auf die knapp hundert Kampfsportschulen der Stadt aus. Das Kloster ist eine beliebte Sehenswürdigkeit. Interessanter als die Touristenshow ist es, eine der Kampfsportschulen zu besuchen und so das Alltagsleben und das Training der dortigen Schüler zu erleben.

Der Heilige Berg Songshan
Nachdem sich der frühe Buddhismus auf und rund um den Songshan etabliert hatte, zog es viele Mönche und Pilger zu dem Gebirge. Der Chan-Buddhismus breitete sich vom Shaolin-Tempel über ganz China aus.
Während der Tang-Dynastie (619– 907) erließ Kaiserin Wu ein Dekret, das den Gott des Gebirges zum „Kaiser des zentralen Himmels“ machte. Ihm zu Ehren wurde der Zhongyue-Tempel ausgebaut und so wurde er einer der bedeutendsten daoistischen Tempel Chinas, dessen Wurzeln bis in das 2. Jahrhundert v.Chr. zurückreichen. Ein Besuch des Zhongyue-Tempels und eine Wanderung durch die malerischen Wälder lohnen sich in jedem Fall.

Die Songyang Akademie
Die Geschichte der Songyang-Akademie, die in der Vergangenheit eine der berühmtesten Lehranstalten war, geht rund 2500 Jahre zurück. Zwei Zypressen, die in einem der Höfe stehen, sollen sogar 4000 Jahre alt sein.

Das Observatorium
Chinas ältestes noch erhaltendes Observatorium befindet sich im kleinen Ort Gaocheng, 15km von Dengfeng entfernt. Es entstand im 13. Jahrhundert. Hier erstellten damals die Astronomen des Kaisers einen Kalender, der mit 365 Tagen, 5 Stunden, 49 Minuten und 12 Sekunden nur 26 Sekunden von modernen Berechnungen abweicht.

Zentrum von Himmel und Erde
Die historischen Stätten in Dengfeng im „Zentrum von Himmel und Erde” repräsentieren die vielfältige chinesische Kulturgeschichte aus der gesamten Zeitspanne von 118 v. Chr. bis zum 20. Jahrhundert. Dengfeng gilt als Zentrum des Konfuzianismus und als Geburtsstätte des Chan-Buddhismus. Zu den bedeutendsten Bauten gehören die Tempelanlagen auf dem Berg Songshan, einem der Fünf Heiligen Berge Chinas im Taoismus. Sie gelten als Symbol für die Einheit des Reiches. Die chinesischen Kaiser bestiegen die Berggipfel, um am Schnittpunkt zwischen Himmel und Erde Kontakt mit den Ahnengeistern zu suchen. Zum Kulturerbe von Dengfeng gehört außerdem das älteste in China erhaltene Observatorium. Es wurde zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert erbaut und spielte eine herausragende Rolle für die Entwicklung des astronomischen Weltbilds im alten China.

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