Fabrikgelände – Kunstzentrum – Designerhochburg

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Das berühmte Pekinger Kunstviertel „Factory 798“ im Vorort Dazhanzi liegt im Trend. Neuerdings siedeln sich hier immer mehr Designer-Läden an, die neueste Mode und ausgefallene Accessoires anbieten.
Die Factory 798 hat ihre Wurzeln in den 1950er Jahren, als man Architekten aus der damaligen DDR engagierte, um das Projekt der „verbundenen Fabriken“ zu gestalten. Im Gegensatz zu dem damals beliebten ornamentreichen russischen Stil schufen die Deutschen schlichte Bauten im Bauhausstil, ganz nach dem Motto „die Form folgt der Funktion“. In den 1980er Jahren wurden immer mehr Fabriken geschlossen. Das Gelände verfiel – bis 1995 die Central Academy of Fine Arts (CAFA) in die Fabrik Nr. 706 einzog.
Sie zog Künstler und Galerien mit sich, die in den riesigen Hallen ideale Arbeitsbedingungen vorfanden. Beim Renovieren der Gebäude wurde Wert darauf gelegt, die alten Propaganda-Sprüche aus der Mao-Zeit an den Mauern zu erhalten. Aus der Factory 798 wurde das Kunstviertel 798 mit einer spannungsreichen Architektur aus Fab- rikhallen im schlichtem Bauhausstil und ein wenig russischer Theatralik. Große Skulpturen, monumentale Werke chinesischer Künstler bevölkern die Straßen.
Der Geheimtipp der Kunstszene sprach sich herum, Mäzene, aber auch zahlreiche Touristen schauten sich hier um.
Neuerdings siedeln sich exklusive Boutiquen an, die vom Designer-Sofa bis zu internationalen Modemarken alles bieten, was aktuell angesagt ist. Die Factory 798 ist ein Muss für jeden Peking-Besucher. Ob man sich über neue Modetrends aus aller Welt, die aktuelle Kunstszene informieren oder eine Mao-Büste als Souvenir kaufen möchte: Hier findet man alles – vor allem Überraschendes. Die Restaurants und Bars sind in. Beim Bier oder beim Cappuccino trifft man die Künstler, die schicken Pekinger und die Tou- risten aus aller Welt.

Ausgabe 11 / Mai 2012

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