Moderne Gesellschaft

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Beijing Bicycle (2001, Regie: Wang Xiaoshuai)

Peking heute. Voller Erwartungen hat der junge, schüchterne Guei seinem Heimatdorf den Rücken gekehrt. Verheißungsvoll scheint der Job bei einem

Kurierdienst: Mit sechzig Tagessätzen können die Express-Biker das blitzende Zweirad – zunächst nur von der Firma geliehen – als ihr stolzes Eigentum erarbeiten. Mit harten Waden strampelt der Junge auf dieses Ziel zu, ohne dass ihn übellaunige Kunden aus der Bahn werfen können. Doch kurz vor dem ersehnten Tag ist sein Rad – Sinnbild für Autonomie, Geschwindigkeit und Status – schlicht geklaut worden. Guei sucht die halbe Stadt ab und heftet sich schließlich an die Fersen des entdeckten neuen Besitzers, der in seinem Alter ist -und in seiner Biker-Gang auf der Großbaustelle an der Ecke nun mit coolen Stehversuchen Eindruck macht…

Kekexili: Mountain Patrol 可可西里 (2004, Regie: Lu Chuan 陆川)

Ga Yu, ein Journalist aus Beijing, will im Lager der Bergpatrouille von Kekexili die Gründe für das geheimnisvolle Verschwinden von freiwilligen Helfern und für das illegale Jagen der tibetischen Antilopen aufdecken. Die Wilderer sind wie Gespenster in dieser unbewohnten Landschaft und verfolgen die Mitglieder der Patrouille wie dunkle Schatten, die auf den richtigen Moment für ihren tödlichen Angriff warten. Die Jäger werden zu Gejagten.

 

Beijing Bubbles (2005, Regie: Susanne Messmer, George Lindt)

Der Film begleitet fünf Pekinger Bands bei ihren Proben und Auftritten, aber auch in ihrem Alltagsleben. Er gibt einen Einblick in die aktuelle Punk- und Rockszene Chinas und in die Gefühls- und Gedankenwelt der jungen Musiker, die sich bewusst gegen den herkömmlichen chinesischen Lebensentwurf stellen. Neben einer musikalischen Bestandsaufnahme wirft Beijing Bubbles auch einen kritischen Blick auf die chinesische Gesellschaft der Gegenwart.

 

Erfolgreich in die Stadt kommen 顺利进城 (2006, Regie: Sun Heng 孙恒)

Der Film schildert die Ankunft eines Mannes vom Land, der in Beijing nach Arbeit sucht, wie er am Bahnhof abgefangen wird, über Arbeitsvermittler einen Job auf dem Bau bekommt, beim Handy-Kauf betrogen wird und die Großstadt erlebt. Das Drehbuch des Films wurde von Wanderarbeitern entwickelt und sie sind auch selbst die Schauspieler. Der Film entstand als Projekt zur Aufarbeitung ihrer eigenen Erfahrungen als Wanderarbeiter.

 

Lost in Beijing 苹果 (2007, Regie: Li Yu 李玉)

Die junge Frau „Ping Guo“ ist mit ihrem Ehemann An Kun vom Land nach Peking gezogen. Mit einfachen Jobs halten sie sich über Wasser, er putzt Fenster und sie arbeitet in einem Massagesalon. Nachdem ihr geschäftstüchtiger Boss Lin Dong eines Tages über sie herfällt und sie vergewaltigt, wird sie kurz darauf schwanger. Unklar, wer der Vater ist, schließen die Beteiligten einen Vertrag darüber ab, was mit dem Kind nach der Geburt passiert. Viel Geld ist im Spiel – die einen haben es, die anderen brauchen es.

 

China’s Music Underground (2009, Regie: Tina Naber, Marcus Müller-Witte)

Die Musiker sehen sich nicht als politische Revolutionäre, ihre Texte predigen keine Freiheit und doch sind sie der kommunistischen Regierung ein Dorn im Auge. Jede Textzeile muss durch die Zensurbehörde. Weder im Fernsehen noch im Radio wird ihre Musik verbreitet. Alles zielt darauf ab, die Rockmusik in China klein zu halten und zu kontrollieren. Nur mit kleinen Live-Konzerten jenseits der öffentlichen Wahrnehmung können sich die Rockmusiker über Wasser halten.

 

 

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