Freiwillige rufen zu verstärktem Tierschutz am Qinghai-See auf

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11.12. Peking – Przewalski-Gazellen sind kleine Gazellen mit großen Augen und kurzen, spitzen Ohren, die es nur in China gibt. Sie sind noch seltener als Pandas und Tibetgazellen. Ihre größte Besonderheit ist aber, dass sie nur in den Gebieten um den Qinghai-See gefunden werden können.

Angaben der „Natur University“, einer Nichtregierungsorganisation (NGO) für Umweltschutz, zufolge gibt es weniger als 1000 Przewalski-Gazellen in der Wildnis von Qinghai. Die schnelle Entwicklung hat die Lebensräume dieser seltenen wilden Art zerstört, was zu einer deutlichen Abnahme der Population führte.

Wie viele andere wusste Yan Xinmin nichts von dieser enttäuschenden Tatsache, bis sie eine von „Natur University“ organisierte Reise zum Qinghai See mitgemacht hat.

„Der Tibeter Nan Jia hat ein Naturschutzgebiet errichtet, wo wir rund 100 Przewalski-Gazellen entdecken konnten. Das Gebiet hat Nan in den letzten zwei Jahrzehnten viel Energie gekostet. Ich war sehr erstaunt und tief bewegt, als ich begriff, wie viel er erreicht hat. Tatsächlich ist Nan Jia einer von vielen Tibetern, die ihr eigenes Geld und ihre Ressourcen investiert haben, um die Umwelt zu schützen und diese vom Aussterben bedrohten Tiere zu retten.“

Feng Yongfeng, Journalist der Zeitung „Guangming Daily“, ist Mitgründer von „Nature University“.

„Jeder Bürger hat die Verantwortung, die Umwelt zu schützen. Im Mai 2012 haben wir das Projekt der grünen Reise gestartet und die Öffentlichkeit eingeladen, an Reisen zum Qinghai-See teilzunehmen. Die grünen Reisen werden mehrmals jährlich veranstaltet. Dadurch können ehrenamtliche Helfer Gelder für lokale NGOs sammeln und damit langfristige Kampagnen ermöglichen.“

Der Nackt- oder auch Przewalski-Karpfen, auf Chinesisch „Huang Yu“, ist eine nur im Qinghai-See vorkommende Art. Aufgrund von Überfischung und Verlust des Lebensraums steht er an der Spitze der langen Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten in China.

Seit 1989 hat die Regierung den kommerziellen Fischfang dieser schuppenlosen Karpfen viermal ausgesetzt. Aber die illegalen Aktivitäten werden trotzdem fortgesetzt. Dazu erklärt Yan Xinmin:

„Die lokalen Tibeter haben eine Gruppe mit 20 Freiwilligen gegründet. Ihre Aufgaben liegen darin, die Przewalski-Gazellen zu schützen und den Qinghai-See regelmäßig auf illegalen Fischfang zu kontrollieren. Sie bemühen sich außerdem darum, die Erkenntnisse der Einwohner über Umweltschutz zu erweitern.“

Nach ihrer Rückkehr hat Yan begonnen, in Beijing Vorträge über den Schutz der Tierarten vom Qinghai-See zu veranstalten. Sie wollte dem Publikum zeigen, wie jeder teilnehmen und die Schutzarbeit in Qinghai unterstützen kann.

Jiang Zhigang, Zoologe vom Institut für Zoologie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften, wurde eingeladen, den Vortrag zu halten.

„Immer mehr Touristen besuchen den Qinghai-See und besonders im Sommer machen viele davon die Reise, um Vögel zu beobachten. Aber die Touristen sollten falsches Verhalten vermeiden, wie die Mitnahme von Vogeleiern oder das absichtliche Vertreiben der wilden Tiere. So wird das schwache aber einzigartige Ökosystem um den Qinghai-See durch unsere gemeinsame Bemühungen bewahrt.“

Neben den Vorträgen haben Yan Xinmin und ihre Partner Gegenstände wie dicke Kleidung und fünf Videokameras sowie zwei Computer für lokale ehrenamtliche Helfer gespendet.

Sie haben außerdem 20.000 Yuan RMB gesammelt. Yan sagt, es sei nur der Anfang des langen Weges, um das ursprüngliche Ökosystem vom Qinghai-See auch für die nächsten Generationen zu erhalten. (cri)

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