Glühwürmchen zum Valentinstag

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18.08.2015 Peking – Der chinesische Valentinstag – das Qixi-Fest – fällt in diesem Jahr auf den 20. August. Lebendige Glühwürmchen als Geschenk für die Liebste scheinen in diesem Jahr der Renner zu sein. Der massive Online-Handel mit den Käfern schadet jedoch Ökologie und Umwelt.


Laut der Umfrage einer Umweltschutzorganisation in Nanjing, der Provinzhauptstadt von Jiangsu, könnten in diesem Jahr über 100 Millionen Glühwürmchen online verkauft werden. Im vergangenen Jahr lag der Absatz noch bei „lediglich“ rund einer Million.


Die Umweltschutzorganisation fand heraus, dass 37 Geschäfte des chinesischen Online-Shopping-Portals Taobao.com Glühwürmchen anbieten. Davon haben 17 Geschäfte jeweils bereits mehr als 50.000 Glühwürmchen verkauft. So gerechnet könnten in diesem Jahr allein auf Taobao.com über 100 Millionen Leuchtkäfer verkauft werden. Der Einzelpreis für ein Glühwürmchen liegt bei rund fünf Yuan (0,70 Euro).

Fan Jianbo von der Umweltschutzorganisation in Nanjing hat den Online-Handel mit Leuchtkäfern über die letzten Jahre hinweg aufmerksam verfolgt. Wo der Käufer die Anzahl der Glühwürmchen früher selbst festlegen konnte, ist der Einzelkauf in diesem Jahr nicht mehr möglich. Ein Paket von 30 Glühwürmchen zum Preis von 159 Yuan (22,40 Euro) sei derzeit das billigste Angebot.


Die Anbieter des Shopping-Portals behaupten, dass die zum Verkauf angebotenen Käfer aus künstlicher Zucht stammen. Experten haben jedoch darauf hingewiesen, dass es in China nur sehr wenige Spezialisten gibt, die die künstliche Zuchttechnik von Glühwürmchen beherrschen. Der Preis für ein Zucht-Glühwürmchen sei doppelt so hoch wie der auf Taobao.com, was dafür spreche, dass die kleinen Würmchen in der Natur gefangen werden.


Der Versand von lebenden Tieren ist nach dem chinesischen Gesetz verboten. Aus ihrem natürlichen Lebensumfeld herausgerissen, sterben viele der Glühwürmchen bereits bei der Zulieferung.


In diesem Jahr gab es in China landesweit bereits mehr als 60 Glühwürmchen-Ausstellungen, welche den ohnehin boomenden Online-Handel mit den faszinierenden Tierchen zusätzlich fördern. Wenn dieses Geschäft nicht reguliert wird, könnte es schlimme ökologische Schäden nach sich ziehen. (german.people.cn)

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