Do-it-yourself: Frische Luft zum kleinen Preis

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Peking, 07.05.

Seit der Norden Chinas regelmäßig von Smog heimgesucht wird, gehören Atemschutzmasken und Luftreiniger zum Standardrepertoire für viele, die noch halbwegs saubere Luft atmen wollen. Doch Luftreiniger sind für die meisten Beijinger kaum erschwinglich. Die meisten Filtersysteme kosten mehrere tausend Yuan.

Um den hohen Kosten etwas entgegenzusetzen, hat eine Gruppe von Amerikanern eine einfache und kostengünstige Lösung gefunden, denn alle Komponenten, die zum Bau eines Luftreinigers benötigt werden, kann man auch im Geschäft kaufen.

Gus Tate ist einer der Designer hinter dem DIY-Luftreiniger. Er erklärt uns ausführlich, wie man sich einen Luftreiniger selber zusammenbastelt.

„Einen Luftreiniger selber zu bauen ist ziemlich einfach. Alles was man braucht, ist ein HEPA-Filter. HEPA bedeutet ‚Hocheffizienter Partikelfilter‘. Das bekommt man bei Taobao für 100 Yuan. Dann braucht man etwas, das Luft durch den Filter bläst. Das einfachste Gerät, das Luft durch die Gegend bläst, ist ein Ventilator. Also bindet man den Filter an den Ventilator und hat einen Luftreiniger.“

Ein selbst gebastelter Luftreiniger kostet 200 Yuan und damit nur ein Fünfzehntel bis ein Zwanzigstel dessen, was man für einen „professionellen“ Luftreiniger zahlen müsste. Doch gerade wegen der geringen Kosten sind viele Beijinger noch skeptisch, was die Qualität des neuen Modells betrifft.

„Ich glaube nicht, dass das Gerät etwas taugt. Es sieht zu billig aus. Die Filterung ist bestimmt nicht gut.“

„Das sieht ziemlich unprofessionell aus. Ich glaube nicht, dass es funktioniert.“

Um die Zweifel an seiner Erfindung zu zerstreuen, hat Gus Tate ein Experiment in seiner Wohnung durchgeführt. Dadurch will der Amerikaner zeigen, dass seine Erfindung gut funktioniert.

Tate hat einen Monitor vor seinem Gerät aufgestellt, der die Luftqualität misst. Und siehe da: Mehr als 90 Prozent der Schadstoffe wurden herausgefiltert.

„Das Ergebnis ist echt gut. Wir haben das Experiment in einem 15 Quadratmeter großen Zimmer mit stundenlang verschlossenen Türen und Fenstern durchgeführt. Und etwa 92 Prozent der Schadstoffe in der Luft sind beseitigt. Ich weiß, dass das Ergebnis an einem anderen Tag vielleicht anders sein könnte. Aber durchschnittlich kann unser Reiniger 90 Prozent der Schadstoffe herausfiltern.“

Ein Nachteil des handgemachten Luftreinigers ist aber, dass er gegenüber einem professionellen Gerät länger braucht, um ein zufrieden stellendes Ergebnis zu erzielen.

Cheng Jing, CEO der Umweltschutzorganisation Fashion Environmental Protection Alliance, berichtet uns ausführlich darüber.

„Solch ein einfacher Luftreinigungsapparat mit einem HEPA Filter ist für ein kleines Zimmer mit einer Fläche von ungefähr 10 Quadratmetern gut geeignet. Die Reinigungsgeschwindigkeit ist aber nicht so schnell. Trotzdem ist er eine wirklich gute Wahl für Haushalte mit niedrigem Einkommen.“

Gus Tate und seine Freunde haben Werkstätten in Beijing und Shanghai eröffnet, um mehr Leuten zu helfen, selbst einen Luftreiniger herzustellen. Er erklärt, dass es ihm nichts ausmacht, wenn Leute seine Idee kopieren.

„In unserem Kurs wollen wir die Leute davon überzeugen, dass es ganz einfach ist, einen Luftreiniger zu bauen. Wir bringen es Ihnen bei weil wir hoffen, dass unser preiswerter Luftreiniger dann akzeptiert wird.“

Da es wohl noch eine längere Zeit dauern wird, bis die Luftverschmutzung in Chinas Städten unter Kontrolle gebracht wird, ist Gus Erfindung eine attraktive Alternative für viele. (cri)

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