Smogbekämpfung: Stadt Xi’an setzt auf Wa

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Xi’an, 19.05. Die Zeitschrift Beijing News berichtet in ihrer Montagsausgabe über einen weiteren kreativen Versuch, mit dem China der Luftverschmutzung im Lande Herr werden möchte. Laut dem Bericht hat die Abteilung „Städtische Parks und Wälder“ des Verwaltungsdistrikts Xincheng der Stadt Xi’an bei einem Ausrüster aus Guangzhou ein riesige Wasserkanone gekauft – Kostenpunkt: umgerechnet fast 120.000 Euro.

Die 10 Tonnen schwere Maschine kann Wasser bis zu 600 Meter weit und bis zu 70 Meter hoch versprühen. In dieser Höhe sollen die winzigen Wassertropfen dann die Schmutzpartikel in der Luft binden und alsdann als „schmutziger Regen“ wieder auf den Boden fallen.

So zumindest der Plan. Doch die Experten sind sich nicht einig, ob die Kanone tatsächlich allzu viel bewirken kann. Viel mehr als eine kurzfristige Staubreduktion trauen sie der Regenmaschine nicht zu.

Pan Xiaochuan ist Umweltexperte an der Peking-Universität. Seiner Meinung nach kann die Wasserkanone wenn überhaupt nur vorübergehend bei der Luftreinigung einer Stadt helfen. Denn obwohl die Maschine in ihrer direkten Umgebung durchaus für eine Reduktion der Schadstoffe in der Luft sorge, sei der Effekt nicht von langer Dauer, so Pan.

Die Wissenschaftler des städtischen Umweltkontrollamts in Beijing sind ebenfalls skeptisch. Die Maschine könne zwar durchaus effektiv sein wenn es zum Beispiel darum gehe, die Staubentwicklung auf einer Baustelle einzudämmen. Gegen die gefährlicheren, weil mikroskopisch kleinen PM2.5-Partikel sei die Kanone jedoch nutzlos. Nach Ansicht der Wissenschaftler in Beijing müsse man vielmehr die Ursachen für die Luftverschmutzung bekämpfen. Diese seien auch in Xi’an in erster Linie Kohlekraftwerke, Autoabgase sowie der ungefilterte Schornsteinqualm der Fabriken.

Wu Dui ist Forscher im staatlichen Amt für Meteorologie. Seiner Meinung nach hängt ein möglicher Erfolg bei der Smog-Bekämpfung in China eng mit der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes zusammen. Hierzu müsse die Regierung die Wirtschaft nachhaltiger gestalten, um eine Balance zwischen weiterem Wachstum und der Gesundheit seiner Bürger zu bewahren.

Sollte Chinas Bruttoinlandsprodukt jährlich um weitere fünf bis sieben Prozent wachsen, könne das Land den Smog in etwa zwanzig bis dreißig Jahre den Griff kriegen. Sollte die chinesische Wirtschaft aber schneller produzieren, werde sich das Problem sogar noch weiter verschärfen.

Si Quanyin ist Vize-Leiter der Kommission für Personalwirtschaft und Umwelt bei der Politischen Konsultativkonferenz der Provinz Shaanxi. Auch er verweist auf den eklatanten Widerspruch zwischen Wirtschaftsentwicklung und Umweltschutz. Der Kampf gegen den Smog werde für mindestens dreißig Jahre andauern.

Letztendlich hänge der Erfolg auch davon ab, ob die Menschen bereit seien, ihre Gewohnheiten zu ändern. Seine Empfehlungen sind bescheiden: So sollten die Bürger etwa liebgewonnene Gebräuche wie das Feuerwerk und Böller an den großen Feiertagen umweltfreundlicher gestalten. Wenn sich Unternehmen und Bürger gleichermaßen ihrer Verantwortung gegenüber der Umwelt bewusst würden, und ihr Verhalten entsprechend änderten, dann könne man optimistisch in die Zukunft schauen. (german.people.cn,cri)

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