Das Laba-Fest: Auftakt des Chinesischen Neujahres

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Mönche verteilen den Brei am Laba-Fest
Mönche verteilen den Brei am Laba-Fest

Das Laba-Fest wird am achten Tag des letzten Mondmonats gefeiert. Im Chinesischen bedeutet la der 12. Mondmonat und ba heißt acht. In diesem Jahr (2013) fiel das Laba-Fest auf den 19. Januar.
Der Legende nach vollzogen vor 3000 Jahren die Menschen heilige Riten und beteten zu den Gottheiten des Himmels und der Erde. Die chinesischen Zeichen für „Opfer“ und „der zwölfte Monat“ nach dem Chinesischen Mondkalender waren austauschbar (腊 là = Gepökeltes/Opfermonat) und seitdem wird là auf beide bezogen. Da das Fest am achten Tag des letzten Monats abgehalten wird, fügten die Menschen später die Zahl acht (八 bā) hinzu. So entstand das heutige „laba”.
Die Han-Chinesen haben lange die Tradition bewahrt, am Laba-Tag Reisporridge zu essen. Der Porridge wurde zum ersten Mal in der Song Dynastie(vor etwa 900 Jahren) nach China eingeführt.
Bei den Han-Chinesen war der Buddhismus anerkannt. Sakyamuni, der erste Buddha und Gründer der Religion, gewann Erleuchtung am achten Tag des zwölften Monats. Auf seinem Weg in die hohen Berge, dort Einsicht und Erleuchtung zu suchen, wurde er müde und hungrig. Erschöpft von langen Tagesmärschen, brach er ohnmächtig an einem Fluß in Indien zusammen. Eine Schäferin fand Sakyamuni und überließ ihm ihr kärgliches Mahl: Brei aus Bohnen und Reis. Er konnte die Reise fortsetzen und nach sechs Jahren strengster Disziplin erlangte er schließlich Erleuchtung am achten Tag des zwölften Monats. Seitdem bereiten Mönche am Vorabend dieses Tages Reisporridge zu, singen Sutras und bringen Buddha Opfergaben.
In großen Buddha-Tempeln wurde (und wird) Laba-Reisporridge an Arme ausgeteilt. In der Ming Dynastie (vor etwa 500 Jahren) galt der Brei als eine so heilige Speise, dass Kaiser sie an hohen Festtagen ihren Beamten vorsetzten. Die feudale Oberschicht fand Gefallen an dieser Speise und rasch verbreitete sich die Sitte im ganzen Land.
Obwohl die Tradition Laba-Reisporridge zu essen religiösen Ursprungs ist, wurde im Laufe der Zeit, besonders im Norden Chinas, daraus ein beliebter Winter- nachtisch. In der Regel enthält der Reisbrei acht Zutaten: Klebreis, rote Bohnen, Datteln, Lotuskerne, Walnuskerne, Mandeln, Maronenmus und Erdnüsse.
Gebackene Nüsse und getrocknete Früchte gelten als besonders gut, die Nerven zu beruhigen, Lebenskraft zu spenden, Herz und Milz (Sitz der Temperamente) zu stärken. Vielleicht ist dies der Grund, warum der Reisporridge auch Babao genannt wird: acht Schätze. (dca)

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