Chinesische Touristen bleiben Europa wegen Anschlägen fern

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Rund die Hälfte der chinesischen Touristen, die in diesem Sommer einen Europabesuch geplant hatten, haben ihre Reisen nach Angaben der China Business News aufgrund der jüngsten Terroranschläge und anderer Sicherheitsrisiken storniert oder umgebucht.

Foto: german.china.org.cn

Der Terroranschlag in Ansbach in Deutschland ist der jüngste in einer ganzen Reihe von Anschlägen, die Europa in den vergangenen Monaten verunsichert haben. Die Zahl der chinesischen Touristen in Frankreich und Deutschland, sonst zwei der beliebtesten Reiseziele von Chinesen, sank nach Einschätzung der Zeitung um fast zwei Drittel.

Es war damit gerechnet worden, dass schwankende Wechselkurse infolge des Brexits den Europatourismus in diesem Sommer ankurbeln würden. Doch die Terroranschläge in bedeutenden europäischen Ländern und der jüngste Putschversuch in der Türkei würden die Branche erheblich treffen, erklärte ein Reiseleiter, der sich auf Europareisen spezialisiert hat.

Ein weiterer Reiseveranstalter mit Schwerpunkt auf Frankreich berichtete der Zeitung, dass zwei Reisegruppen ihre Touren nur einen Tag nach dem Anschlag in Nizza am 14. Juli storniert hätten.

Die Zahl der chinesischen Touristen in Frankreich war in den letzten zehn Jahren kontinuierlich im zweistelligen Bereich gewachsen und erreichte im vergangenen Jahr zwei Millionen. Damit hatten sich die Chinesen zur größten ausländischen Touristengruppe im Land entwickelt. Die Zahl der Touristen, die regelmäßig nach Frankreich fliegen, nahm seit Januar dieses Jahres jedoch um 5,8 Prozent ab, die Zahl der Paris-Touristen ging um 11 Prozent zurück.

Neben Westeuropa, das seit langem bei chinesischen Touristen beliebt ist, war auch die Türkei in den vergangenen Jahren aufgrund einer gelockerten Visapolitik und diverser populärer Reality-Shows, in denen das Land präsentiert wurde, für chinesische Touristen attraktiver geworden. In der ersten Hälfte des Vorjahres besuchten 150.000 Chinesen die Türkei, fast so viele wie im gesamten Jahr 2014.

Fünf Terroranschläge allein in diesem Jahr haben den Tourismus im Land jedoch schwer beeinträchtigt. Die Zahl der Auslandstouristen brach im Mai im Vergleich zum Vorjahr um 34,7 Prozent ein, die Branche verzeichnete damit den stärksten Rückgang seit 22 Jahren.

Hotels in Europa sind mit am stärksten betroffen, ihre Einnahmen sanken, was eine Seltenheit während der Hochsaison sei, erklärte der Reiseveranstalter gegenüber der Zeitung. Die Anschläge belasten auch die Einnahmen lokaler Reiseleiter erheblich, da die meisten von ihnen auf Kommissionen und Trinkgelder von Reisegruppen angewiesen sind. (german.china.org.cn)

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