Forscher legen Beweise für mystische Xia-Dynastie vor

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Die von vielen Historikern bislang lediglich als Mythos betrachtete Xia-Dynastie existierte doch. Sie steht im Einklang mit Überlieferungen nach einer Superflut im antiken China, hieß es in der jüngsten Ausgabe der renommierten wissenschaftlichen Zeitschrift „Science“.

Betitelt „Überschwemmung von 1920 vor Christus unterstützt Geschichtlichkeit der gigantischen Flut und der Xia-Dynastie“, handelt es sich bei der Forschung in erster Linie um archäologische Belege für Herrscher Yus Großtaten, sein Land vor einer schweren Flut gerettet und die erste chinesische Dynastie begründet zu haben.

2000 Jahre lang wurde seine Geschichte nur mündlich weitergetragen, dann in heroisierenden Texten wie dem Buch der Urkunden und der Aufzeichnung der Geschichte „Shiji“ von Generation zu Generation weiter gegeben. Forscher um Wu Qinglong von der Universität Peking, der Beida, präsentieren im Wissenschaftsmagazin „Science“ nun jedoch erstmals geologische und archäologische Beweise – zumindest für die Existenz einer Flut. Konkret geht es um Sedimente aus der Region des Gelben Flusses und das darin enthaltene organische Material, das mit der Radiokarbon-Methode datiert wurde. Die Messungen der Forscher deuten auch daraufhin, dass die Xia-Dynastie wohl 200 bis 300 Jahre später begann, als chinesische Quellen bisher behaupten.

In ihrem Artikel zeichnen die Forscher nun folgendes Bild der Ereignisse: Um das Jahr 1920 vor Christus muss sich demnach in der heutigen westchinesischen Provinz Qinghai ein schweres Erdbeben ereignet haben. Dabei entstand durch Erdrutsche auch ein massiver, rund 200 Meter hoher Damm aus Geröll, der den Gelben Fluss mehrere Monate lang anstaute. Dann kollabierte der Damm schließlich und sandte eine gigantische Flutwelle stromabwärts.

Wissenschaftler schätzen, dass die Flutwelle des Jahres 1920 vor Christus rund 2000 Kilometer den Gelben Fluss hinabgewandert sein könnte. Außerdem habe der Fluss teilweise sein Bett verlagert – und das wiederum könne schuld daran sein, dass die Flut, der Yu der Große seinen Ruhm verdankt, so lange andauerte. Bis der Fluss ein neues, dauerhaftes Bett gefunden habe, vermuten sie.

„Es würde eine beträchtliche Zeit dauern, bis sich ein großer Fluss an solche Veränderungen anpasst“, schreibt auch David Montgomery von der University of Washington in Seattle in einem Begleitkommentar in „Science“, „und die damit verbundenen anhaltenden Überflutungen wären genau passend für Yus Geschichte, einschließlich der langen Zeit, die zur Kontrolle der Überflutungen nötig war.“

Derartige geologische Belege untermauern laut Wu Qinglong eindeutig historische Überlieferungen hinsichtlich der Gründung der „legendären“ Xia-Dynastie. (German.cri.cn)

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Foto: CNSphoto.com / Hukou-Wasserfall des Gelben Flusses, der aus der „legendären“ Geschichte des Gewässerregulierens von Yu kommen solle

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