Ost und West vereint: Zhejiang Xiaobaihua Yue Oper zieht Zuschauer in ihren Bann

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3.8.2016, Neu-Isenburg – Einer der herausragenden Dramatiker Europas war der Engländer William Shakespeare (1564 – 1616). Etwa zur gleichen Zeit verfasste in China TANG Xianzu (1550 – 1616) seine herausragenden Dramen. Eine Zusammenführung zweier Werke der beiden Künstler zu einem neuen Gesamtkunstwerk bekamen nun die Zuschauer in der im Kreis Offenbach gelegenen Stadt Neu-Isenburg durch die in Hangzhou beheimatete Zhejiang Xiaobaihua Yue Operntruppe, die 1984 gegründet wurde und neben regionalen Ehrungen insbesondere auch mit dem „Mei Hua Award“) ausgezeichnet wurde, dem höchsten von der VR China vergebenen Theaterpreis. Sie knüpft an die große Tradition der südostchinesischen Yue Oper an, deren eine Besonderheit ist, dass auch Männerrollen von Frauen gespielt werden. Das neue Kunstwerk „Coriolanus & Du Liniang“ knüpft zum einen an die Coriolanus-Tragödie Shakespeares an, die Geschichte eines römischen Feldherrn, der – vom eigenen Volk undankbar verraten – sich Roms Feinden zur Verfügung stellt und einen hasserfüllten Vergeltungsfeldzug gegen sein Volk führt. Demgegenüber ist Liebe das herausragende Element in Tangs „Päonien-Pavillion“, an das die Aufführung auf chinesischer Seite anknüpfte. Die überirdisch schöne Du Liniang begegnet ihrem Geliebten, dem jungen Gelehrten Liu Mengmei in einem erotischen Traum. Unfähig, ihn im wirklichen Leben wiederzufinden, stirbt sie in tiefer Sehnsucht an gebrochenem Herzen. Der Richter der Unterwelt ist beeindruckt von ihren Gefühlen und ihrer Schönheit und erlaubt ihr, als Geist auf die Erde zurückzukehren, um weiter nach ihrem Geliebten zu suchen. Schließlich wird das Paar vereint, und Du Liniang kann zu den Lebenden zurückkehren, während der Rachefeldzug des Corolianus mit seinem Tod endet. In der mit 700 Zuschauern praktisch voll besetzten Neu-Isenburger Hugenottenhalle führte Regisseur GUO Xiaonan zum einen die Handlungsstränge beider Dramen nebeneinander her, zum anderen ließ er die beiden Protagonisten Corolianus und Du in der Unterwelt zusammentreffen und ihre Lebensansichten austauschen (Du: „Ein Leben ohne Liebe ist kein Leben“). Ein nicht enden wollender Applaus dankte Regisseur und Schauspielern für die beeindruckende Aufführung. Vor Beginn der Veranstaltung hatten Frankfurts neuer Generalkonsul der VR China, WANG Shunqing, und LIU Qi, Leiter der Abteilung Kulturaustausch der Föderation der zurückgekehrten Überseechinesen, in ihren Grußworten den besonderen Stellenwert des Kulturaustausches für die immer enger werdende Kooperation zwischen China und Deutschland unterstrichen und das künstlerisch herausragende Niveau der gastierenden Truppe unterstrichen. (Bo)

Das Foto zeigt Direktor Liu (li.) und Regisseur Guo (re.) mit den beiden Hauptdarstellerinnen und Ehrengästen.

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