„Ursprungsreisen“ am Westsee

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Wu Yue und Fan Linhan sind zwei kulturbegeisterte Studenten, die gern reisen. Ihre Liebe zu Kultur und Geschichte hat sie zusammengeführt. Für den in Hangzhou geborenen Wu Yue ist seine Heimatstadt ein Paradies für Kultursucher. Der Westsee wird für viele Touristen aber nur als Sehenswürdigkeit angesehen, der kulturelle Hintergrund bleibt auf der Strecke. Deshalb haben Wu Yue und Fan Linhan „Ursprungsreisen“ in Hangzhou ins Leben gerufen. Diese sollen Besucher zum kulturellen Ursprung des Westsees führen.

Wu Yue und Fan Linhan sind in ihrem letzten Semester im Geschichtsinstitut der Universität Nordwestchinas. Seit dem Beginn ihres Studiums haben sie als freiwillige Führer in vielen Museen in Xi’an gearbeitet. Durch das gemeinsame Interesse haben sie sich ineinander verliebt.

Innerhalb von drei Jahren sind sie durch ganz China gereist. Anders als andere Touristen haben sie oft kleine Orte statt der bekannten Sehenswürdigkeiten und Parks ausgewählt. Sie gehen gerne durch kleine Straßen und Gassen, weil sich dort viele nicht so bekannte kulturelle Gebäude verbergen.

Wu Yue kommt aus Hangzhou. Der Westsee ist in seinen Augen die perfekte Verbindung von Natur und Kultur. Hangzhou ist eine Touristenstadt. Nachdem der Westsee erfolgreich in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde, ist zum Ziel für zahlreiche Touristen geworden. Die meisten von ihnen besuchen die Sehenswürdigkeiten am Westsee, wissen aber kaum etwas über das zahlreiche kulturelle Erbe, das ihn umgibt.

Wu Yue und Fan Linhan haben in Shanghai und Taiwan das Projekt „Ursprungsreise“ kennen gelernt. Die Idee hinter dem Projekt ist, ein kleines Gebiet einer Stadt zu Fuß intensiv zu durchwandern und dabei ihre kulturellen Hintergründe zu entdecken. In Hangzhou existieren reiche Kulturressourcen, weshalb die beiden dort ebenfalls eine solche Reise durchführen möchten.

„Die Bewohner kommen immer gerne an den Westsee, aber sie wissen nicht so viel über seine Kultur. Wir hoffen, dass die Bewohner diese Stadt und ihre Kulturgeschichte intensiv kennenlernen und den Westsee aus einer anderen Perspektive sehen können.“

Seine Idee wurde bald vom Überwachungszentrum des Weltkulturerbes am Westsee unterstützt und zu den Aktivitäten für die freiwilligen Kultursondergesandten des Sees aufgenommen. Der Zuständige vom Überwachungszentrum, Xia Pan, erklärt:

„Unser Ziel ist, das Weltkulturerbe des Westsees zu verbreiten. Die Bürger nehmen den Westsee als Sehenswürdigkeit wahr, wissen aber nur wenig über sein kulturelles Erbe. Wir wollen Besucher regelmäßig langsam durch die Stadt führen, damit sie mehr als nur einen groben Überblick erhalten. Dadurch sollen sie die Kultur am Westsee intensiv erleben.“

Wu Yue und seine Freundin haben damit begonnen systematische Reiselinien auszuarbeiten. Bislang werden zwei Linien verfolgt. Das Angebot wurde über WeChat und andere soziale Medien verbreitet und hat viele freiwillige Helfer angezogen hat. Cheng Qing, Lehrerin an einer Hochschule in Hangzhou, interessiert sich schon lange für Geschichte und Kultur und hat deswegen bei dem Projekt mitgemacht.

„Hangzhou hat eine gute kulturelle Atmosphäre. Manche Touristen kommen her, wissen aber nicht viel über die Geschichte und Kultur der Stadt. Ich hoffe, mit unseren Bemühungen die kulturellen Inhalte am Westsee verbreiten zu können.“

Die Ausarbeitung der Reiselinien ist sehr anstrengend. Wu Yue und Fan Linhan sind sie im Voraus mehrfach abgegangen und haben ihre Geschichte entdeckt.

Fan Linhan sagte, sie würden bei ihren Reisen gerne durch die Gegend spazieren und dabei viele Überraschungen entdecken.

„Wenn wir frei durch die Straßen gehen und alte Häuser anschauen, sehen wir, dass viele kulturell geschützt sind. Die Erfahrung haben wir schon oft gemacht.“

Auch in Zukunft wollen sie sich für die Erforschung von Kulturerbe einsetzen. Sie wollen noch mehr Routen für die „Ursprungsreise“ am Westsee ausarbeiten und Besuchern anbieten. Sie haben außerdem einen öffentlichen WeChat-Account gegründet und teilen dort ihre Erfahrungen und Gedanken von ihren Reisen. So sollen ihre Follower einen intensiven Einblick in die Stadt bekommen.

(german.cri.cn)

 

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