Deutsch-Chinesischer Wirtschaftsdialog in Berlin

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Nach dem im vergangenen Jahr in Berlin mit großem Erfolg gemeinsam von der Chinesischen Handelskammer in Deutschland CHKD) und dem CDU Wirtschaftsrat veranstalteten I. Deutsch-Chinesischen Wirtschaftsdialog knüpften nunmehr beide Veranstalter am 29.9.2016 in der Botschaft der VR China in Berlin an diesen Erfolg mit dem II. Deutsch-Chinesischen Wirtschaftsdialog an. In Anlehnung an die im Rahmen der 4. Deutsch-Chinesischen Regierungskonsultationen erörterten Themen „Made in China 2025“ und Industrie 4.0“ war Thema der diesjährigen, hochrangig besetzten Konferenz die „Deutsch-Chinesische Innovationspartnerschaft“.

In seiner Begrüßung der Teilnehmer stellte Botschafter SHI Mingde fest, dass der jüngste G 20-Gipfel in Hangzhou ein großer Erfolg gewesen und namentlich die Kooperation zwischen der VR China und der BR Deutschland beispielhaft gewesen sei. Als Ergebnisse ließen sich feststellen: 1. Die Folgen der Finanzkrise seien noch nicht überwunden. Alle wollten Wachstum, aber der Weg dorthin sei streitig. China und Deutschland hätten dabei gleiche Vorstellungen. 2. Auf der Tagesordnung stehe der Kampf gegen einen zunehmenden Protektionismus. Beide Länder seien für einen liberalen Welthandel. 3. Beide Seiten seien sich einig, dass ein weiteres Öffnen der Schere zwischen Arm und Reich verhindert werden müsse. Die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen hätten einen neuen Höchststand erreicht mit einem Rekordhoch der deutschen Investitionen in China und der Präsenz von über 2000 chinesischen Firmen in Deutschland. Beide Länder verfügten mit dem großen Markt in China und dem hohen Technologiestand in Deutschland über eine ideale Komplementärfunktion. Botschafter Shi warb in diesem Zusammenhang für weitere Joint Ventures und erinnerte daran, für welch vitale Bedeutung solche für die deutsche Automobilindustrie seien. Sinnvoll seie zudem eine Kooperation beider Länder auf den internationalen Märkten. Was China angehe, generiere sein Land zwar 30% des Weltwirtschaftswachstums, rangiere aber hinsichtlich des GSP pro Kopf lediglich auf Rang 80 in der Welt. Hier bestehe weiter eine große Aufgabe. Daher arbeite China auch intensiv saran, Zugangshemmnisse zu seinem Markt weiter abzubauen. Für die Veranstalter sprach zunächst der Vorsitzende der Fachkommission Internationaler Kreis des Wirtschaftsrates der CDU, Dr. Jürgen Geißinger, der Botschaft und CHKD für die optimale Kooperation dankte. Die bilateralen Beziehungen seien im Wirtschaftsrat ein Top-Thema, und man werde noch im Oktober eine Delegationsreise nach China Unternehmen. Geißinger konstatierte, dass Deutschland in Sachen Digitalisierung zwar Spitze sei, dass die digitale Infrastruktur im Lande aber den Erfordernissen deutlich hinterherhinke. Seitens der CHKD erinnerte deren Präsident CAI Zhengxin daran, dass seine Organisation seit ihrer Gründung im Jahre 2013 die bilaterale Unternehmenszusammenarbeit nachdrücklich fördere. 150 Unternehmen seien inzwischen Mitglieder, man habe als Austauschplattform einen hohen Stellenwert gewonnen. Den Impulsvortrag für die als Kern vorgesehene Paneldiskussion gab der Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft und Energie im Bundestag ab, Bundesminister a.D. Dr. Peter Ramsauer. Ramsauer erinnerte an seinen ersten Besuch in China im Jahre 1983 und habe die dynamische Entwicklung Chinas – nicht nur wirtschaftlich, sondern auch wissenschaftlich –  von ihren Anfängen an miterlebt. In seiner politischen Laufbahn habe er sich immer sehr für die Beziehungen zu China engagiert. Deutschland benötige China dringend als prosperierendes, erfolgreiches Land. Gemeinsam müsse man die Lösungen für die großen globalen Herausforderungen finden. Die Digitalisierung, die erstmals als Industrie 4.0 2011 auf der Hannover-Messe vorgestellt wurde, sei dabei ein wichtiger Ansatz. Auf dieser Linie liege auch das geplante Treffen der für Digitalisierungsfragen zuständigen Minister beider Länder.

Im Panel diskutierten dann unter der sensiblen Moderation von Stefan T. Schwaab (China-Bevollmächtigter der Bundesgeschäftsführung des CDU-Wirtschaftsrates) Experten mit großen praktischen Erfahrungen in den deutsch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen, nämlich im einzelnen Torsten Küpper (Vize-Präsident und Direktor bei Huawei Deutschland), Mike de Vries (Gf. ZhongDe Metal Group), Dr. LEI Xianshang (GenDir. Bei State Grid Corporation of China), Wilfried Eberhardt (Aufsichtsrat und Chief Marketing Officer bei Kuka), Dr. Ulrich Löwen (Siemens Corporate Technology), Dirk Weigand (Direktor bei Daimler AG) sowie der stellv. Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Michael Kretschmer. Den Schwerpunkt der Erörterungen bildeten die unternehmensspezifischen Erfahrungen bei der Zusammenarbeit mit China und die Voraussetzungen, unter denen Industrie 4.0 und Made in China 2025 zusammengeführt werden können. (bo)

innovationspartnerschaft
Die Teilnehmer des Panels, 4. v.r. Moderator Schwaab

 

 

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