CO2 zählen und virtuelle Bäume pflanzen im Ant Forest

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Der allgegenwärtige Smog in China hat nicht nur Schutzmasken und Luftreiniger in vielen Haushalten zur Standardausstattung werden lassen. Auch das Bewusstsein zum Umweltschutz ist erheblich geschärft worden. Immer mehr Menschen nutzen lieber öffentliche Verkehrsmittel als das Auto. Rad-Sharing boomt. Der neuste Trend unter umweltbewussten Menschen ist jetzt, Bäume zu pflanzen. Zunächst virtuell, dann real.

Im August 2016 hat Ant Financial, das zu Alibaba gehört und die Bezahl-App Alipay verwaltet, seinen über 4,5 Millionen Kunden erstmals einen neuen Service angeboten. Auf Alipay können Besucher mit der App „Ant Forest“ ein sogenanntes Kohlenstoff-Konto eröffnen, um ihre eigenen Schadstoffemissionen zu messen bzw. im besten Falle zu reduzieren. Zu Fuß gehen, U-Bahn fahren, über das Netz einkaufen: Alle Aktivitäten werden kalkuliert. Mit entsprechenden Anpassungen reduzieren die Nutzer ihren sogenannten Kohlenstoff-Fußabdruck auf ihrem Konto und sammeln „Energiepunkte“. Die Punkte können später dazu eingesetzt werden, einen virtuellen Baum im „Ant Forest“ zu pflanzen. Wenn ein User 17,9 Kilogramm „Energiepunkte“ per App gesammelt hat, gibt es auch in der realen Welt einen Baum.

Bis Anfang Januar 2017 sollen so mehr als 1,1 Millionen echte Bäume gepflanzt worden sein. Pro Tag könnten von diesem „Ant Forest“ durchschnittlich 2000 Tonnen Kohlenstoff absorbiert werden. Die Erfolge dieses einzigartigen Begrünungsmodells schätzt Yang Xudong, der stellvertretende Generalsekretär der Chinesischen Stiftung für Grünanlagen, hoch ein.

„So eine Art der Zusammenarbeit zwischen unserer Stiftung und Alipay kann eine Win-Win-Situation schaffen. Mit der riesigen Nutzergruppe von Alipay darf man hoffen, dass die gegenseitige Kooperation in Zukunft noch größere Beiträge zur Förderung der Begrünung landesweit leisten kann. “

Das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) hat im Februar 2017 einen Bericht über Chinas Kohlenstoff-Markt veröffentlicht. Darin analysiert wurde auch das „Ant Forest“-Programm zur Reduzierung der Kohlenstoff-Emissionen einzelner Personen im Alltag. Demnach ist die App „Ant Forest“ die größte derartige Online-Plattform weltweit. Sie sei bedeutsam für das persönliche Engagement im Kampf gegen den Klimawandel.

Im Januar 2017 haben das Unternehmen „Ant Financial“ und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) gemeinsam das weltweit erste digitale Finanzbündnis für grüne Wirtschaft gegründet. Ziel ist es, mehr digitale Technologien zur Begegnung der globalen Herausforderungen für den Umwelt- und Naturschutz einzuführen und finanzielle Unterstützung dafür zu generieren. Es ist die erste Zusammenarbeit zwischen dem UNEP und einem chinesischen Unternehmen seit Gründung der UN-Organisation im Jahr 1972. Chang Yan, UNEP-Vertreterin in China, verspricht sich davon mehr Aufmerksamkeit:

„Die User von Alipay können neben ihrem Online-Shopping auch mal einen Blick auf umweltfreundliche Aktivitäten wie zum Beispiel Ausbau der Begrünung des Landes oder Armutsbekämpfung in Westchina werfen. Hoffentlich können wir nach eigenen Kräften auch entsprechende Beiträge dazu leisten.“ (cri)

Quelle: cri

1 KOMMENTAR

  1. Wo wurden die 1,1 Millionen Bäume gepflanzt? Im Ausland, in China, in Dürreregionen, in Städten?
    Für welchen Zweck wurden welche Bäume gepflanzt? Schnell wachsende Nutzbäume oder langlebige große Bäume?
    Die Beantwortung dieser Fragen kann aufzeigen wer den Nutzen der Aktion hat!
    Oder handelt sich es zur Beruhigung der Menschen um eine „Volksbeschäftigung“ und lässt an gutes tun glauben.

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