Anbruch eines goldenen Zeitalters der künstlichen Intelligenz

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Chinesische Internetriesen, darunter Baidu, Alibaba und Tencent, konzentrieren sich auf die Entwicklung von künstlicher Intelligenz und glauben, dass die nächsten Jahrzehnte ein goldenes Zeitalter für die Industrie sein werden.

„Wir haben die künstliche Intelligenz bisher nur als eine Möglichkeit zur Verbesserung unserer Rechen- und Verarbeitungsfähigkeiten angesehen. Eigentlich vermag sie es jedoch, Daten für das Selbststudium zu nutzen“, erklärte Ma Huateng, Vorsitzender und Geschäftsführer von Tencent auf dem Chinesischen IT-Gipfel in Shenzhen am Sonntag.

Im März 2016 erzielte das KI-Programm von Google AlphaGo einen 4:1-Sieg über den südkoreanischen Go-Meister Lee Se-dol im Rahmen eines „Best of Five“-Wettkampfs. Der Sieg der Maschine wurde von Enthusiasten der künstlichen Intelligenz auf der ganzen Welt begeistert wahrgenommen.

Tencent entwickelte sein eigenes KI-Programm namens Jueyi, welches mehrere Siege in Spielen auf der ganzen Welt erzielt hat.

„Wenn wir einen Simulator entwickeln, seine Parameter definieren, ihn völlig eigenständig erforschen, lernen und Fehler machen lassen, dann werden die Programme herausfinden, wie die Dinge funktionieren und unsere Vorstellungskraft weit übertreffen“, sagte Ma.

Chinas Internetriese Baidu richtete im März ein nationales Labor für Deep Learning in Beijing ein. Das Labor versammelt KI-Experten von Baidu, der Universität Tsinghua, der Universität für Luft- und Raumfahrt Beijing und der Chinesischen Akademie für Informationswissenschaft und Technik.

„Das Internet ist nur eine Vorspeise, das Hauptgericht wird KI sein. In Zukunft werden Maschinen sich zu einem Punkt entwickeln, wo sie Menschen und ihre Absichten verstehen können“, so Li Yanhong, Vorsitzender von Baidu. „Künstliche Intelligenz wird eine große Industrie werden und für eine sehr lange Zeit bleiben. Ich bin mir sicher, dass sich die Branche in den nächsten 20 bis 50 Jahren schnell entwickeln wird“, sagte Li. Baidu investiert stark in maschinengestützte Technik, Bilderkennung, Spracherkennung und fahrerlose Fahrzeuge.

Auf einer separaten Konferenz über künstliche Intelligenz letzte Woche in Beijing sagte Zhang Yongqiang, stellvertretender Direktor des Verwaltungsausschusses des Beijinger Forschungsparks Zhongguancun, dass die KI-Industrie in ein „neues Zeitalter“ eintreten und von politischen Maßnahmen gefördert werde.

Im Mai letzten Jahres hat die Regierung einen dreijährigen Aktionsplan zur KI-Entwicklung veröffentlicht. Dem chinesischen Ministerium für Industrie und Informationstechnologie zufolge betrug die Marktgröße der Branche im vergangenen Jahr 23,9 Milliarden Yuan (rund 3,25 Milliarden Euro) und soll bis 2018 38 Milliarden Yuan (rund 5,17 Milliarden Euro) erreichen.

KI-Technik ist in den Bereichen Sicherheit, Finanzen und Medizin bereits weit verbreitet. DeepGlint ist ein in Beijing ansässiges Unternehmen, welches ein intelligentes Videoüberwachungssystem entwickelt hat, das der Polizei helfen kann, Verdächtige zu verfolgen.

„Wenn man Gesichtsbilder oder andere Informationen wie Kleidung, Größe, Statur und Autokennzeichen in das System hochlädt, werden Stunden von Videomaterial durchsucht“, erklärte Zhao Yong, Gründer von DeepGlint. „Es ist für Polizeibeamte unmöglich, Millionen Stunden Videomaterial zu sichten, um einen Verdächtigen zu finden, aber für das System ist es machbar.“

„Maschinen können tun, was Menschen nicht können. Wir müssen Maschinen zu unseren besten Partnern machen, anstatt sie uns ersetzen zu lassen“, sagte Jack Ma, Gründer des Internethandelsriesen Alibaba. „Wir sollten uns nicht darum sorgen, wie sehr das Internet das traditionelle Geschäft beeinflusst. Vielmehr müssen wir Internet und künstliche Intelligenz zu unserem Vorteil nutzen.“ (people)

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