Neue Industrien gegen Smog – Hoffnung für blauen Himmel in Nordchina

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Quelle: cri

Für die Lösung des Smog-Problems in China muss man sich von der Schwerindustrie unabhängig machen. Chi Fulin, Präsident des Chinesischen Instituts für Reform und Entwicklung, meinte, es sei notwendig, andere Wachstumsmöglichkeiten zu erschließen.

Quelle: cri

„Am wichtigsten ist es, neue Industriebranchen zu entwickeln. Beispielsweise werden zurzeit viele Arbeitskräfte benötigt in der Gesundheitsversorgung. Wir sollten in der wirtschaftlichen Umwandlung neue Industrien erschließen und Arbeitslose umschulen, damit sie im Dienstleistungssektor arbeiten können.“

Die chinesische Zentralregierung hat im Jahr 2014 die Strategie zur integrierten Entwicklung der Hauptstadt Beijing, der regierungsunmittelbaren Stadt Tianjin und der umliegenden Provinz Hebei gestartet. Ziel ist, die überschüssigen Industriezweige und auch Einwohner der Hauptstadt umzuverteilen, um die regionale Entwicklung ausgewogen anzukurbeln. Von den Umweltproblemen, die Beijing, Tianjin und Hebei betreffen, wird der Smog am meisten von der Öffentlichkeit verfolgt.

Schadstoffe aus der Stromerzeugung und industrielle Emissionen gelten weiterhin als Hauptursache für die Luftverschmutzung. Die Lokalregierungen bemühen sich schon, schmutzige Fabriken zu schließen bei gleichzeitigem Erhalt des Wirtschaftswachstums. Chi erklärte:

„Die chinesische Wirtschaft befindet sich in einer kritischen Umwandlungsphase. Dass dies kurzfristig weh tut, ist unvermeidlich. Wir müssen uns auf das mittel- und langfristige Wachstum konzentrieren und der Wirtschaft neue Impulse geben. In diese Richtung sollten wir gehen.“

Dr. Qi Ye ist Leiter des Brookings-Tsinghua Zentrums für öffentliche Politik und Experte für die chinesische Umweltpolitik. Er meinte, der alte Weg, die Schwerindustrie-Fabriken von Beijing in die umliegende Provinz Hebei zu verlagern, könne das Problem nicht lösen. Stattdessen schlug er Hebei vor, in der modernen Landwirtschaft Fuß zu fassen. Das Marktpotential für das dicht besiedelte Gebiet sei nämlich enorm und auch die Lebensmittelsicherheit bleibe stets ein aktuelles Thema.

„In den letzten drei Jahrzehnten ist die Landwirtschaft in großem Maße durch die Industrie ersetzt worden. Das hat viele Verschmutzungen verursacht. Die Landwirtschaft wieder anzutreiben, nicht traditionell sondern modern mit hoher Qualität und sicheren Lebensmitteln, ist meiner Ansicht nach der Weg, den wir einschlagen sollten.“

Ministerpräsident Li Keqiang hat in seinem Rechenschaftsbericht 2017 neue Ziele für die Bekämpfung der Luftverschmutzung gesetzt.

„Wir werden wieder blauen Himmel sehen. In diesem Jahr sollen die Emissionen von Schwefeldioxid und Stickoxid jeweils um drei Prozent reduziert werden. Und in den stark belasteten Gebieten erwarten wir einen deutlichen Rückgang der PM 2,5-Werte.“

Statistiken des Umweltschutzamtes der Hauptstadt zeigen, dass der durchschnittliche PM 2,5-Index von 13 größeren Städten in Nordchina 2016 mit 71 Mikrogramm pro Kubikmeter 33 Prozent niedriger lag als noch vor drei Jahren. Gute Aussichten also für den von Li versprochenen blauen Himmel über Beijing. (cri)

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