Chinesische Freiwillige als kulturelle Grenzgänger in Afrika

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Quelle: german.people

Eine wachsende Zahl von jungen Chinesen engagiert sich freiwillig in Afrika. Trotz ihrer Bemühungen, die Völkerfreundschaft zu stärken, haben die zwischenmenschlichen Beziehungen noch Nachholbedarf.

Eine freiwillige Helferin in Kakuma, dem größten Flüchtlingscamp Kenias Quelle: german.people

Laut Janet Eom, der Forschungsbeauftragten der Chinesisch-Afrikanischen Forschungsinitiative der US-amerikanischen Johns Hopkins University, hat die chinesische Öffentlichkeit bisher noch nicht zum politisch geförderten wachsenden wirtschaftlichen Engagement in Afrika aufgeschlossen, obwohl Konfuzius-Institute vor Ort Hochchinesisch und chinesische Kultur unterrichten und Freiwillige im Rahmen von Gesundheitsprojekten helfen.

Im Rahmen dessen leisteten beispielsweise Mediziner aus China zur Zeit der Ebola-Krise der Bevölkerung Hilfe. Des Weiteren entstehen derzeit Ausbildungsprogramme für örtliche Arbeiter für chinesische Agrar- und Fertigungsprojekte in ganz Afrika.

Besonders junge Chinesen zeigen sich interessiert daran, Menschen in Afrika zu helfen. Yuan Xiaoyi, eine 21-jährige Studentin an der New York University, und drei weitere chinesische Studentinnen gründeten eine Nichtregierungsorganisation (NGO) namens „Care for All Kids“, nachdem Yuan 2013 zur freiwilligen Arbeit in Kenia gewesen war. Die Organisation bietet preiswerte Lehrerfortbildungen für informelle oder inoffizielle Schulen an. Im vergangenen Jahr organisierte die NGO Schulungen für Lehrer an mehr als 120 Schulen in Kenia.

Zhang Chi, eine 22-jährige Architekturstudentin an der Universität Yale, arbeitete mit Flüchtlingen zusammen, um eine Schule in Kakuma zu gründen, dem größten Flüchtlingslager Kenias. „Wir wollen mehr Menschen durch unsere Arbeit inspirieren. Viele junge Menschen in China sind interessiert an internationalen Entwicklungen. Sie brauchen nur einen Weg, um anzufangen“, so Zhang.

„Ich denke, dass sich die Öffentlichkeit in China – im Gegensatz zu chinesischen Unternehmen und Investoren – weniger über die Chancen in Afrika bewusst ist“, so die Einschätzung Eoms.

Isaac Kwaku, Vorsitzender des Chinesisch-Afrikanischen Kompetenzzentrums in Kenia, sagte: „Nach unserer Kenntnis gibt es in Afrika noch keine signifikante Präsenz chinesischer Normalbürger vor Ort, aber einige Organisationen machen eine hervorragende Arbeit für den Ausbau des Austausches.“

Kwaku erklärte, dass das Zentrum mit der AIESEC (Association Internationale des Etudiants en Sciences Economiques et Commerciales), einer der weltweit führenden gemeinnützigen Studentenorganisationen ist, die mit Studentenvereinigungen an der Peking-Universität und der Universität Hongkong zusammenarbeitet , um Studenten als Praktikanten nach Afrika zu bringen.

„Basierend auf der Anzahl der Praktikumsbewerbungen, die wir jedes Jahr erhalten, nimmt die Zahl der chinesischen Studenten, die nach Afrika als Praktikanten oder Freiwillige gehen, definitiv zu“, so Kwaku. „Die Interessen der chinesischen Jugendlichen haben sich verändert. Vormals waren die Projekte, die junge Menschen nach Afrika brachten, Artenschutz- oder Freiwilligenprogramme in informellen Siedlungen. Nun ist eine wachsende Zahl von Studenten daran interessiert, verschiedene Themen in Afrika zu erforschen“, so Kwaku.

Kwaku zufolge gibt es noch einige Hindernisse für die Förderung des gegenseitigen Austausches zwischen Afrika und China. Eines davon ist „der Mangel an Verständnis für Afrika als Kontinent, über Armut, Krankheit und Wildtiere hinaus. Wenn junge Menschen nur für den Armutstourismus kommen, werden sie die Dynamik und das Potenzial der Entwicklung Afrikas und der China-Afrika-Beziehungen nie vollständig verstehen.“ (german.people)

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