China baut den nächsten Supercomputer

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Quelle: cri

China hat damit begonnen, einen Rechner zu entwickeln, der zehnmal schneller sein soll als der momentan leistungsfähigste Computer der Welt.

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„Der Tianhe-3 wird der weltweit erste Exaflop-Prototyp seiner Art“, sagt Meng Xiangfei, Direktor für Anwendungen am Nationalen Supercomputer-Zentrum in Tianjin. „China wird damit die führende Rolle bei der Technologie von Supercomputern und Hochleistungsprozessoren übernehmen“. Der Prototyp soll im Frühjahr 2018 fertiggestellt werden.

„Exaflop“ beschreibt die Ausführung von einer Trillion (d.h. 10 hoch 18) Rechenoperationen pro Sekunde. Damit führt der Tianhe-3 Anwendungen über zehnmal schneller durch, als der derzeitige Spitzenreiter unter den Supercomputern, der Sunway Taihu Light. Dieser erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von 125 Billiarden Berechnungen pro Sekunde.

Mit diesem bisher ungekannten Maß an Rechenkraft, Präzision und Geschwindigkeit, so Meng, markiere der Tianhe-3 einen neuen Level der Computertechnologie. Der Supercomputer werde im Dienste der Öffentlichkeit stehen und eine Sonderrolle dabei spielen, einige der weltweit größten Herausforderungen der Wissenschaft zu bewältigen.

Das Vorgängermodell Tianhe-1, Chinas erster Hochleistungsrechner von 2009, arbeitet derzeit bei voller Auslastung an mehr als 1400 Anwendungen pro Tag. Die Forschung stößt jedoch selbst damit bereits an ihre Grenzen: so könnte der Exaflop-Supercomputer beispielsweise die Smogentwicklung landesweit analysieren, während die aktuellen Modelle nur einzelne Provinzen untersuchen können.

Der Tianhe-3 wird ebenfalls dazu in der Lage sein, Erdbeben und Virusepidemien detaillierter als seine Vorgänger zu simulieren. In Notfällen könne die Regierung damit rascher und wirkungsvoller als bisher reagieren, so Meng. In der Zellforschung wird der Tianhe-3 Analysen von Gensequenzen und Proteinstrukturen in ganz neuem Ausmaß ermöglichen. Mit seiner Hilfe könnten so zukünftig wirkungsvollere Impfstoffe entwickelt werden.

Alle Bauteile des Tianhe-3 werden ausschließlich in China angefertigt, der Supercomputer selbst wird in Tianjin produziert. Bis zum Jahr 2020 soll er vollständig einsatzfähig sein, früher als es der US-Plan für den Bau seines eigenen Exaflop-Computers vorsieht.

In naher Zukunft soll wohl noch ein weiterer Supercomputer produziert werden.

„Für die Entwicklung dieser Geräte braucht es mehrere Jahre. Häufig umfasst die Lebensdauer dieser Computer jedoch selbst nur sechs bis acht Jahre, deshalb liegt es nahe, immer auch einen Reserverechner zu haben“, erklärt Meng.

Liu Guangming, Direktor des Nationalen Supercomputer-Zentrums in Tianjin, rechnet mit einem wirtschaftlichen Nutzen von über 10 Milliarden Yuan, schrieb The Paper, eine Shanghaier Nachrichtenagentur. (cri)

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