Provinz Jiangxi: Bildung heißt Zukunft

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Quelle: bo

Eine neuere chinesische Rangliste nach Höhe der Qualität des Bruttoinlandsproduktes (BIP) nennt die Provinz Jiangxi als Nr.6 chinaweit. Eine Delegation von Hochschulvertretern aus Jiangxi unter Leitung von Bildungsministerin Frau HUANG Xiaohua stellte am 4.5.2016 in Mörfelden-Walldorf Jiangxis Pläne auf dem Bildungssektor vor.

Das China Wirtschaftsforschungsinstitut, ein Think-Tank der Zeitschrift China Economic Weekly, veröffentlicht regelmäßig Ranglisten zur BIP-Qualität in China. Die Liste führt die führenden zehn chinesischen Provinzen und Städte mit der höchsten BIP-Qualität auf. Hinter Shanghai, Beijing, Guangdong, Zhejiang und Yunnan belegt hier die im Südosten des Landes gelegene Provinz Jiangxi einen ausgezeichneten 6. Platz. Und aus Jiangxi weilte am 4.5.2016 im Rahmen einer Europareise  eine Bildungsdelegation zu einem Zwischenaufenthalt (zwischen Stationen in Berlin und den Niederlanden) in Mörfelden-Walldorf (nahe des Frankfurter Flughafens), um im Rahmen einer Veranstaltung der Organisation „Europa Akademie e.V.“ (EA) Planungen der Provinz im Bildungsbereich vorzustellen.

Begrüßt durch Europa-Akademie-Chef YANG Ping erläuterte Jiangxis Bildungsministerin Frau HUANG Xiaohua zentrale Vorhaben der Provinzregierung. Jiangxi verzeichne eine dynamische Entwicklung, zu der auch die nunmehr bereits mehr als 30 Jahre währende Partnerschaft mit dem Land Hessen beigetragen habe. Für die wirtschaftliche Zukunft der Provinz spiele die Beteiligung am Seidenstraßenprojekt eine zentrale Rolle. Ergänzend baue Jiangxi schwerpunktmäßig auf die Bildung als entscheidende Weichenstellung für die Zukunft. Strategisches Ziel sei es, eine gemeinsame Bildungsplattform mit Deutschland im Universitätsbereich aufzubauen.

TIAN Yanguang, Präsident der renommierten Jiangxi Normal University, beschrieb die große Tradition der 1940 gegründeten Universität ebenso wie die zwischenzeitlich aufgebaute hohe Anzahl der Fakultäten. Man habe zwar 50 internationale Partnerschaften, aber suche noch weitere Partnerschaften mit Hessen oder überhaupt mit Deutschland, und zwar als Grundlage für einen großzügigen Professoren- und Studentenaustausch. Der Leiter des seit 1908 bestehenden und kürzlich in den Rang einer Universität erhobenen Lehrerkollegs Nanchangs, HE Ruihu, äußerte parallele Kooperationswünsche. Man bilde das gesamte Spektrum der Lehrerschaft aus und sei sehr an einem Austausch in Sachen Lehrerausbildung mit Deutschland interessiert, namentlich im Vorschul-, Grundschul- und Sonderschulbereich. MDgt. a.D. Dr. Michael Borchmann, früher für das Land Hessen und jetzt für die CIIPA des chinesischen Handelsministeriums tätig, erinnerte ebenfalls daran, dass seit mehr als 30 Jahren eine Partnerschaft zwischen Hessen und Jiangxi bestehe, die einzige formelle Partnerschaft Hessens mit einer chinesischen Provinz. Auf hessischer Seite seien große Förderer dieser Partnerschaft der frühere Wirtschaftsminister Alfred Schmidt, jetziger Präsident des „Netzwerks Hessen – China“, der Jiangxi-Beauftragte der Landesregierung, Sozialminister Stefan Grüttner, sowie der frühere Landtagsabgeordnete und Nanchanger Ehrenbürger Armin Klein. Staatsminister Grüttner und MdL a.D. Klein hätten ihn ausdrücklich beauftragt, Frau Ministerin Huang und ihrer Delegation ihre sehr herzlichen Grüße und große Verbundenheit mit der Provinz zu übermitteln. Er selbst habe Jiangxi erstmals 2010 in einer Delegation von Staatsminister Grüttner besucht und jüngst 2016 im Rahmen einer Wirtschaftsdelegation. So habe er mit eigenen Augen die dynamische Entwicklung der Provinz und ihrer Hauptstadt Nanchang sehen können.

Der aktuelle Vorstoß Jiangxis in Sachen Bildungskooperation „passe in die Zeit“. Die politischen Beziehungen zwischen China und Deutschland seien blendend, und China habe sich zum weltweit größten Außenhandelspartner Deutschlands entwickelt. Die Ergänzung dieser Beziehungen durch enge Kooperation im Bildungsbereich sei der richtige Ansatz, das ausgezeichnete Verhältnis beider Länder zueinander noch weiter zu vertiefen. Borchmann wies allerdings auf die von China abweichende Struktur des Hochschulwesens in Deutschland hin: Die Hochschulautonomie bedinge, dass Hochschulpartnerschaften nicht von Staats wegen generiert würden, vielmehr sei es den einzelnen Hochschulen und auch Fachbereichen überlassen, geeignete Partnerschaften zu begründen. (bo)

Quelle: bo

Das Foto zeigt Ministerin Huang (Mitte) mit Delegation, links von ihr Dr. Borchmann, EA-Präsident Yang und EA-VizePr. Qing Gotzler

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