Hongkong – 20 Jahre nach der Übergabe

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Das Foto zeigt AHK-CEO Niedermark (2.v.r.) mit (links) dem Vors. der Hongkong Gesellschaft E.Kühl, Geschäftsführer Michael Katzmarck und MDgt.a.D. Dr. M. Borchmann, rechts RefLt. Dr. Norbert Mager (Hess. Wirtschaftsministerium).

Frankfurt a.M. – „Hongkong – 20 Jahre nach der Übergabe“ war das Thema, zu dem Wolfgang Niedermark, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied der AHK Greater China, Hongkong, am 12.7.2017 in Frankfurt a.M. vor geladenen Gästen referierte.

Eingeladen hatte die Deutsche Hongkong Gesellschaft zu einem Tischgespräch in das am Flussufer gelegene Restaurant „MainNizza“, und wie üblich bei den beliebten Veranstaltungen der Gesellschaft war die Lokation bis auf den letzten Platz besetzt, als deren Vorsitzender Elke Kühl Referenten und Besucher begrüßte. Kühl beschrieb die Vita des Referenten und insbesondere seine aktuelle Funktion als Chef der Außenhandelskammer, die er vor Jahresfrist übernommen habe. Unter Hinweis auf Hendrik Ankenbrands FAZ-Artikel „Hongkong Blues“ erläuterte Niedermark die sehr unterschiedlichen Einschätzungen der Lage in der Metropole an der Perlflussmündung, die bei den jüngsten Feierlichkeiten zum 20. Jahrestag der Übergabe früheren britischen Kronkolonie an die VR China wieder deutlich zutage getreten seien, insbesondere im Hinblick auf die Frage, ob der Grundsatz „Ein Land, zwei Systeme“ für die Sonderverwaltungszone weiterhin seine Berechtigung habe. Hongkong sei zwar bei der Übergabe gewährleistet worden, dass man noch 50 Jahre seine Freiheiten behalten solle, eine eigene Währung, ein eigenes Steuersystem, in einer „Sonderverwaltungsregion“ mit weitreichender Autonomie. Aber es müsse bereits damals jedem klar gewesen sein, dass dies keinen Status quo bedeuten würde, dass mit einem allmählichen Veränderungsprozess zu rechnen sei. Entsprechend seien die jüngsten Übergabefeierlichkeiten „sehr chinesisch“ geprägt gewesen. Die neue Regierungschefin Carrie Lam habe deutlich gemacht, dass sie sich primär gegenüber der Zentralregierung in Beijing verantwortlich fühle, und Präsident Xi Jinping habe die Ansprüche Chinas mit dem Hinweis verdeutlicht, dass die Geschichte der Demütigungen Chinas vorbei sei. Allerdings sei es nicht so, dass die deutsche Wirtschaft in Hongkong bereits „auf gepackten Koffern“ sitze. Es gebe durchaus noch eine gute Stimmung unter den deutschen Unternehmen in Hongkong, man wisse diese Stadt mit ihrem pulsierenden Leben weiter zu schätzen. Und Carrie Lam habe bereits in der Vergangenheit großen Wert auf intensiven und konstruktiven Austausch mit den internationalen Unternehmen gelegt. Zwar gebe es unter den deutschen Unternehmen ebenso wie in der Bevölkerung Hongkongs sehr divergierende Einschätzungen über die gegenwärtige Situation und die Zukunft Hongkongs, aber trotz mancher schlagzeilenträchtiger Ereignisse in jüngster Vergangenheit herrsche in Hongkong weiterhin der Grundsatz der Rechtsstaatlichkeit, es gebe weiterhin Redefreiheit und das Klima sei deutlich liberaler als andernorts. Wirtschaftlich sei es so, dass Mainland-China in einigen Bereichen Hongkong deutlich überholt habe, etwa bei der E-Mobilität, bei E-Commerce und den E-Pay-Systemen. Generell liefen die Geschäfte gut in Hongkong, dass allerdings auch vor großen Herausforderungen stehe. So liefen etwa die Immobilienpreise völlig aus dem Ruder, ebenso die Bildungskosten an denjenigen Schulen, die aufgrund der Wahrung der traditionellen westlich geprägten Curricula immer stärkeren Zulauf erhielten. Auch die Gewährleistung der Innovationsoffenheit sei ein wichtiges Anliegen der Regierung Carrie Lams. Auf Frage nach dem Stellenwert der „Belt and Road Initiative“ hob Niedermark hervor, dass auch in Hongkong sich alle damit beschäftigten, zumal diese Initiative für die Regierung in Beijing aus geopolitischen Gründen und zur Nutzung wirtschaftlicher Überkapazitäten essentielle Bedeutung habe. (bo)

Das Foto zeigt AHK-CEO Niedermark (2.v.r.) mit (links) dem Vors. der Hongkong Gesellschaft E.Kühl, Geschäftsführer Michael Katzmarck und MDgt.a.D. Dr. M. Borchmann, rechts RefLt. Dr. Norbert Mager (Hess. Wirtschaftsministerium).

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