Hainan wird Zentrum des weltweiten Medizintourismus

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Elena Pankova und ihre Freunde sind direkt von St. Petersburg nach Sanya geflogen. Sie wollen dort aber nicht nur die Sonne am Strand genießen. Sanya ist eine Touristenstadt auf der südchinesischen Tropeninsel Hainan.

Pankovas Urlaub umfasst auch eine Behandlung in der Klinik für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) am Ort.

Jeden Tag wird Pankova zwei Stunden am Sanya Hospital für TCM behandelt. Den Rest des Tages verbringt sie in der Sonne. Ihre zweimonatige Reise kombiniert Urlaub und TCM-Behandlung. Sie ist Teil einer wachsenden Industrie auf der Insel: Medizintourismus.

„Die moderne westliche Medizin hat bei mir keine große Wirkung. Deshalb bin ich nach Sanya gekommen, um die TCM-Therapie auszuprobieren“, sagt Pankova.

Pankova ist eine von Zehntausenden russischer Touristen, die jedes Jahr nach Hainan kommen. Die Inselprovinz hat in den vergangenen sieben Jahren 800.000 russische Touristen empfangen.

Fast 80 Prozent von ihnen hätten während ihres Aufenthalts TCM-Therapie ausprobiert. Damit solle entweder ein bestimmtes Leiden behandelt oder das Allgemeinbefinden verbessert werden, sagten die Gesundheitsbehörden.

Insbesondere in Sanya spürt man den Boom. Dort sind in der ganzen Stadt russischsprachige Werbungen für Akupunktur und Schröpfen aufgetaucht.

Das Sanya Hospital für TCM hat seit 2002 mehr als 40.000 Patienten aus Russland und Zentralasien behandelt. Damals hatte die Klinik „TCM Touren“ eingeführt.

„Der russische Premierminister Dmitry Medwedew und der kasachische Präsident Nursultan Nasarbajew sind in unserem Krankenhaus behandelt worden“, sagte Wang Tiansong, Präsident der Klinik.

Um der steigenden Nachfrage nach TCM-Therapien gerecht zu werden, hat das Krankenhaus 2016 ein internationales Gesundheitszentrum gebaut. Dort wird medizinische Behandlung speziell für ausländische Patienten angeboten.

Strenge Vorschriften

Der Boom im Medizintourismus bringt aber auch einige Probleme mit sich.

2016 hat das Sanya Hospital für TCM 8000 ausländische Patienten behandelt. Diese Zahl stellt aber nur einen kleinen Teil der ausländischen Patienten dar, die für Medizintourismus nach Hainan gekommen sind.

„Die privaten TCM-Einrichtungen haben die Mehrzahl der ausländischen Patienten behandelt“, sagte Wang.

Unregulierte Privatkliniken, übertriebene Behandlungserfolge und ein Mangel an qualifiziertem TCM-Personal beschränkten jedoch die gesunde Entwicklung des Medizintourismusmarktes in Hainan, sagte die TCM-Verwaltung der Provinz.

Hainan hat über neue Gesetze nachgedacht, um den Medizintourismus zu regulieren.

Im August wird die Provinz zwei neue Vorschriften für TCM-Dienstleistungen erlassen. Weiterhin soll eine TCM-Tourismus-Modellzone eingerichtet werden.

„Die Maßnahme wird die Ordnung in der Industrie sicherstellen. Dazu gehören die Behandlungskosten, die Sicherheitsstandards und die Servicequalität. Sie werden eine bessere medizinische Behandlung bringen und die Erlebnisse der Besucher verbessern“, sagte Xu Qingning, stellvertretender Direktor der TCM-Verwaltung Hainan.

China hat am 1. Juli ein Landesgesetz für TCM in Kraft gesetzt. Es soll chinesische Medizin und die Ausbildung medizinischen Personals regulieren.

Das neue Gesetz werde den weltweiten Einfluss der TCM verbessern und internationale Zusammenarbeit und Austausch fördern, sagte Wang. (cri)

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