Mehr Profit dank steigender Zahl an Singles

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Statistiken des chinesischen Ministeriums für Zivile Angelegenheiten zufolge gab es Ende 2015 in China 200 Millionen Singles. Dies entspricht der Bevölkerung von Russland und Großbritannien zusammengenommen. Unternehmen sehen dies als Chance, Geschäfte zu machen.

Die bekannte chinesische Feuertopf-Kette „Haidilao“ hat sich beispielsweise etwas ganz besonderes ausgedacht, um alleinstehende Kunden anzuziehen –Teddybären als Tischpartner. Die Anwesenheit des niedlichen Kuscheltiers soll das Einsamkeitsgefühl der Singels vertreiben, erklärt ein Haidilao-Mitarbeiter.

Ein Grund für den Anstieg der Singlezahl ist die Tendenz zur späteren Heirat, besonders in den Großstädten. Das durchschnittliche Heiratsalter junger Frauen in Shanghai ist von 27 im Jahr 2011 auf derzeit 30 Jahre gestiegen. Auch die Dauer der Ehe hat sich verkürzt. Die Scheidungsrate hat sich im vergangenen Jahrzehnt verdoppelt.

Angaben der Boston Consulting Group (BCG) zufolge leben heutzutage 16 Prozent der städtischen Bevölkerung in China allein. Dies sei gleichzeitig auf eine große Veränderung der Ansichten der Chinesen, die Lebensführung betreffend, zurückzuführen. Alleinstehende Menschen würden nicht mehr verachtet wie früher, hieß es in einem jüngsten Bericht der amerikanischen Beratergruppe.

Unternehmen reagieren schnell auf diese demographischen Veränderungen in China, Japan und Südkorea. Die japanische Lifestylekette Muji hat beispielsweise kleinere elektrische Reiskocher und Backöfen im Programm, die extra für chinesische Single-Haushalte entwickelt wurden.

Der chinesische E-Commerce-Gigant Alibaba macht den 11. November, der in China als Tag der Singles gefeiert wird, zu einem großen Onlineshopping-Tag. Der Tagesumsatz lag 2016 bei 120,7 Milliarden Yuan RMB.

Auch Chinas Essenslieferdienste haben von der Zunahme der Single-Haushalte enorm profitiert. Statistiken zufolge ist der Umsatz der Branche im vergangenen Jahr um 44 Prozent gestiegen. Denn nur ein ganz kleiner Teil der Singles kocht gerne für sich allein.

Meituan-Dianping, ein chinesisches Unternehmen, das Plattformen für Restaurantbewertungen und Essenslieferdienste bietet, hat vor kurzem bekanntgegeben, dass 65 Prozent der bei ihm eingegangenen Bestellungen von Singles stammten. Dabei ist Fastfood am beliebtesten. Denn richtige chinesische Gerichte sind zu kompliziert und zeitaufwendig.

In Schnellrestaurants sind Alleinesser keine Seltenheit, in Luxusrestaurants sieht man sie allerdings weniger. Denn dort werden sie noch immer neugierig beäugt. (cri)

 

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