Vielseitige Nutzpflanze: Das Bambusparadies Anji

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In Anji findet man Bambusprodukte aller Art: vom Bambus-Getränk über das Bambusfaser-Handtuch bis zu Möbeln aus Bambus. Hier befinden sich über zweitausend Unternehmen, die diese Pflanze zu mehr als dreitausend verschieden Produkten weiterverarbeiten. Song Jiangang arbeitet in einem Forschungsinstitut zur Bambusverarbeitung in Anji. Er erzählt uns mehr über die Pflanze.

„Bambus ist eine schnell wachsende Pflanze, die innerhalb von vier bis sechs Jahren zu voller Größer heranwächst. Von daher liegt Bambus im Trend einer grünen und umweltfreundlichen Entwicklung. Ich glaube, dank seiner hochwertigen Eigenschaften ist der Bambus auch im Architekturbereich interessant. Bereits jetzt sind wir in der Lage, die Bauteile aus Bambus feuerfest und wasserdicht zu machen. Beispielsweise kann wasserdichtes Bambusparkett in Küche und Badezimmer verwendet werden.“

Im Vergleich zu den westlichen Ländern sei der Holzbestand in China auf die Bevölkerung gerechnet sehr niedrig, so Song weiter. Da der Bambus schnell wachse, sei er eine sehr gute Alternative zu anderen Hölzern. Außerdem könnten 95 Prozent des Bambus verwendet werden, was für die Verarbeitung von großem Vorteil sei.

„Dabei handelt es sich um eine umfassende Verarbeitung, von der Wurzel bis zur Spitze. Aus seiner Wurzel kann man Schnitzereien kreieren oder ökologisches Düngemittel produzieren. Aus der Oberfläche des Bambus produzieren wir Schlafmatten, die fast jede chinesische Familie im Sommer braucht. Der untere Teil wird dann zu Baumaterialien verarbeitet. Aus Bambusblättern wird ein spezieller Pflanzenfarbstoff namens Flavone extrahiert, der bei der Getränkeproduktion verwendet wird.“

Ein gutes Beispiel für die vielseitige Verwendung von Bambus ist das Hotel Narada International Resort in Anji, das landesweit als das „Bambus-Hotel“ bekannt ist. Die Wände, der Boden und auch alle Dekorationen sind aus Bambus. Das Bambusparadies ist jedes Wochenende ausgebucht, von Touristen aus den naheliegenden Großstädten wie Shanghai und Hangzhou. Im Rahmen des G20-Gipfels 2016 in Hangzhou waren die Bambusprodukte aus Anji überall zu sehen. Zhou Fangping, Geschäftsführerin eines der größten Bambusverarbeitungsunternehmen in Anji, weiß mehr:

„Unser Unternehmen ist offizieller Zulieferer des Gipfels. Für den G20 haben wir etwa 2.600 Produkte in verschiedenen Größen produziert.“

Früher war der Bambus für die Menschen in Anji nichts anders als der Rohstoff für Kunsthandwerk oder Besen. Mit der Aufwertung der Nutzpflanze hat sich ihr Einkommen gesteigert. Der schnell heranwachsende Bambus hat Anji auf einen grünen Entwicklungsweg geführt. (cri)

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