„Deutschland+“: Shenzhen baut auf den deutschen Mittelstand

0
57

8.11.2017, Shenzhen-Bao’an – Eine eigene Chinesisch-Deutsche Allianz für industrielle Zusammenarbeit (BIDA) hat der Stadtbezirk Bao’an der Stadt Shenzhen eingerichtet. Diese Allianz offeriert eine große Palette von Serviceleistungen für interessierte deutsche Unternehmen. In einem großen bilateralen Investitions- und Kooperationsgipfel machte die Bezirksregierung von Bao’an am 8.11.2017 deutlich, dass sie namentlich die deutschen mittelständischen Unternehmen ansprechen ansprechen möchte.

Die Stadt Shenzhen (nach einer OECD-Studie von 2015 mit mehr als 23 Mio. Einwohnern) liegt im Süden der Provinz Guangdong und grenzt südlich an die Sonderverwaltungszone Hongkong. Sie gilt aufgrund ihres Status als Sonderwirtschaftszone als eine bedeutende Stadt für ausländische Investitionen und ist eine der am schnellsten wachsenden Städte der Welt. Shenzhen ist die Stadt mit dem höchsten Pro-Kopf-Einkommen in China (ohne Hongkong und Macau). Tragende Säulen der lokalen Wirtschaft sind die Elektronik- und die Telekommunikationsindustrie. Der größte Bezirk der Stadt ist Bao’an, mit dem futuristisch konstruierten internationalen Flughafen Shenzhens und einem Anteil von 22 % der städtischen Gesamtproduktion. Die hier errichtete BIDA ist ein Produktionsbündnis von dem und für das produzierende Gewerbe unter Führung der Bezirksregierung mit dem Ziel, Anschluss an die deutsche Industrie 4.0 zu finden und deutsche Spitzentechnologie und deutsche Managementserfahrung in die lokale Industrie zu integrieren. Dieses Programm firmiert unter der Bezeichnung „Deutschland+“. Überzeugt von diesem programmatischen Ansatz organisierte die China Investment Promotion Agency (CIPA), eine Abteilung des chinesischen Handelsministeriums, am 8.7.2017 eine Wirtschafts-Delegation aus Deutschland zur Teilnahme an einem gemeinsam mit der BIDA veranstalteten „Forum für internationale Investition und Zusammenarbeit chinesischer und deutscher Unternehmen.“ Diese Überzeugung brachte CIPA-Chef LIU Dianxun auch in seinem Grußwort zum Ausdruck, als er seine persönliche Wertschätzung für den Standort und die herausragende Wirtschaftsleistung Bao’ans nachdrücklich betonte. Details der besonderen Charakteristika des Bezirks und sein Interesse an einer weiter vertieften Zusammenarbeit speziell mit deutschen Unternehmen wurden von Bao’ans Parteisekretär YAO Ren und BIDA-Generalsekretär Kai WU herausgestellt, bevor sich die Konferenz mit Fragen der Übernahme von „Hidden-Champion-Unternehmen“ und der Entwicklungsgeschichte eines konkreten ortsansässigen Unternehmens befasste. Kern des Forums war die Keynote-Speech „Innovation, Kundennähe und Globalisierung als Wachstumstreiber der Hidden Champions“ von Professor Dr. Helmut Simon, Leiter der deutschen Delegation. Simon, ein früherer deutscher Hochschullehrer und zugleich Schöpfer des Begriffs der „Hidden Champions“, offenbarte vor allem eines: Der herausragende deutsche Exporterfolg resultiert nicht primär auf den Aktivitäten der weltweit bekannten deutschen Großkonzerne, sondern gerade auf der Schaffenskraft der der großen Öffentlichkeit verborgen bleibenden Mittelständler, die die Kriterien eines Hidden Champions erfüllen. Diese Kriterien sind folgende: (1) Unternehmen mit einen Jahresumsatz von unter 3 Mrd. Euro, (2) Nr. 1, 2 oder 3 in einem Marktsegment in Europa oder im Weltmarkt, und (3) in der Regel nicht börsennotiert, sondern inhabergeführt.  In Deutschland gab es 2015 mehr als 1500 dieser Hidden Champions (HC), deutlich mehr als die Hälfte aller HC weltweit. Und als Erfolgsmotor dieser HC beschrieb Simon Innovationsfreude, unmittelbare Kundennähe und Mut zur Globalisierung. Die weitere Veranstaltungsagenda umfasste neben der Unterzeichnung von Kooperationsabkommen der BIDA, Paneldiskussionen sowie eine Vorstellung einzelner Projekte. (bo)

Bao’an Parteisekretär Yao Ren überreicht DelL Prof. H. Simon und Vertreter Dr. M. Borchmann einen Bildband über Bao‘an.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here