AIFC: Geburt eines neuen Finanzplatzes im Zentrum der neuen Seidenstraße

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v.l.n.r. Generalkonsul D. Karipov, Dr. N. Maleki (Veranstalter), Botschafter B. Nussupov, Gouverneur K. Kelimbetov, Prof. Dr. K. Mangold, Dr. T. Mirow (beide Rothschild) und P. Tils (Deutsche Bank)

16.11.2017, Frankfurt a.M. – Die neuen Landverbindungen von China nach Europa im Rahmen der „Belt & Road“-Initiative führen alle über Kasachstan. Die Republik Kasachstan hat dies zum Anlass genommen, im Rahmen der jährlich in Frankfurt stattfindenden Euro Finance Week am 16.11.2017 erstmals der Öffentlichkeit ein Projekt offiziell vorzustellen, das die neue Seidenstraße im Finanzbereich flankieren und für die gesamten zentralasiatische Region einen neuen Finanzplatz schaffen soll: Das „Astana International Finance Centre“ (AIFC).

Die zentrale Bedeutung gerade Kasachstans für die neue Seidenstraße ist in Beijing sehr präsent. Dies dürfte einer der maßgeblichen Gründe dafür gewesen sein, weshalb Chinas  Staatspräsident Xi Jinping den Start der Seidenstraßen-Initiative 2013 in der kasachischen Hauptstadt Astana an der dortigen Nasarbayev Universität erstmals der Weltöffentlichkeit vorgestellt hat. Und vertieft wurde dies am 14. und 15. Mai ds. J. in Beijing,  wo sich 28 Staatsoberhäupter, 30 Minister, 80 Führer internationaler Organisationen und 1.500 Teilnehmer (Wissenschaftler, Journalisten und Unternehmenschefs) sich versammelt hatten, um im Rahmen eines groß angelegten Forums die von Präsident Xi Jinping   ins Leben gerufene „Seidenstraßen-Initiative“ zu erörtern und eine Vielzahl erster Konkretisierungen zu treffen. Zu diesen Konkretisierungen gehört eine Schnellstraße, die vom Osten Chinas quer durch Kasachstan verlaufen soll, um dann über Moskau bis 2020 Westeuropa zu erreichen. Von der neuen Stadt Korgas an der Grenze zwischen dem Autonomen Gebiet Xinajiang und Kasachstan, die zu einem zu einem großen internationalen Logistik- und Handelsknotenpunkt ausgebaut wird, sollen dann zwei weitere Verkehrswege von China über den kasachischen Hafen Aqtau am Ostufer des Kaspischen Meers mit dem Kaukasus und der Türkei einerseits und über Usbekistan und Turkmenistan in den Iran andererseits führen. Dies alles sind plausible Hintergründe für die nunmehr von Kasachstan in Frankfurt vorgestellte Initiative. Der Berliner Botschafter Bolat Nussupov erinnerte in seinem Grußwort daran, dass sich die Initiative zugleich stimmig in das große Projekt „Kasachstan 2050“ einfüge, eine Strategie, Kasachstan in die Spitzengruppe der Hi-Tech-Länder zu führen. Und Professor Dr. Klaus Mangold von der in Kasachstan sehr aktiven Rothschild GmbH zog einen engen Zusammenhang zwischen der für Kasachstan vorhersehbaren glänzenden wirtschaftlichen Zukunft (u.a. wegen der großen Schätze an für die wachsende Elektromobilität unverzichtbaren seltenen Erden) und der zentralen Lage in der neuen Seidenstraße. Im Einzelnen vorgestellt wurde das neue Finanzplatz-Projekt dann durch AIFC-Gouverneur Kairat Kelimbetov. Ausgehend von der Schlüsselposition Kasachstans auf der neuen Seidenstraße erinnerte Kelimbetov an die Vorstellung von „Belt & Road“ durch Xi Jinping in Astana 2013 ebenso wie daran, dass Kasachstans Präsident Nursultan Nasarbajew in Anknüpfung an die Seidenstraßeninitiative den Gedanken der Errichtung eines regionalen Finanzplatzes in Astana entwickelt habe. Dieser neue Finanzplatz solle zum einen an der Finanzierung der Seidenstraßen-Infrastrukturmaßnahmen mitwirken, zum anderen sich zum regionalen „Finance-Hub“ für den gesamten zentralasiatischen Raum entwickeln, und zwar für die Kernländer Kasachstan, Usbekistan, Turkmenistan, Kirgistan und Tadschikistan einerseits, aber auch für angrenzende Länder wie Pakistan, Aserbaidschan, Georgien und Iran. Die anzusiedelnden Finanzdienstleister und Banken sollten namentlich auch beim Aufbau der digitalen Seidenstraße mitwirken, das heißt beim Aufbau des die Verkehrswege begleitenden Netzes von Kommunikationsverbindungen. Aufgebaut werde parallel eine eigene Börse in Astana, die – so die für dieses Vorhaben verantwortliche Frau Amina Turgulova – eine enge Kooperation mit der Börse Shanghai begründen wolle. (bo)

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