Chinesischer Chirurg verteidigt weltweit erste Kopftransplantation

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1998

Ein chinesischer Chirurg, der die weltweit erste menschliche Kopftransplantation an einer Leiche in China durchgeführt hat, hat die umstrittene Operation verteidigt. Die Operation wurde laut dem italienischen Professor Sergio Canavero von einem Team unter der Leitung von Doktor Xiaoping Ren von der Harbin Medical University in Nordostchina durchgeführt. „Während der 18-stündigen Operation haben Experten erfolgreich die Wirbelsäule, Nerven und Blutgefäße eines abgetrennten Kopfes neu verbunden“, so Ren. Ein vollständiger Bericht über die Operation seines Teams und ein zeitlicher Rahmen für Lebendtransplantationen würden in den kommenden Tagen erwartet. „Es gab noch nie eine derartige Operation. Wir haben das Konzept für die Operation vollständig ausgearbeitet, unter anderem wie man Nerven, Blutgefäße und Muskeln schneidet und mit ihnen verfährt. Das sind unsere Errungenschaften“, so Ren. Der Testlauf helfe den Ärzten, verschiedene technische Optionen bei der Operation zu erkunden und Methoden, Gewebe zu reparieren, zu finden, so der Arzt.

Doch Kritiker in Medizinerkreisen meinen, es sei voreilig, eine solche Transplantation an Menschen durchzuführen, und ein Testlauf an Leichen sei keine Erfolgsgarantie. Hu Yongsheng, Professor an der Xuanwu Hospital Capital Medical University in Beijing, sagte, die Operation könne aus fachlicher Sicht nicht als chirurgische Operation bezeichnet werden, weil Ren’s Operation an einer Leiche darum ging, Verständnis über die Anatomie zu erlangen. Hu empfiehlt, dass Wissenschaftler die Operation vollständig an Tieren testen, bevor sie eine solche Operation an einem lebenden Menschen ausführen. „Kopftransplantationen können irgendwann Realität werden, aber nicht jetzt.” Die Operation könne als Anfangstest einer echten experimentellen Kopftransplantation angesehen werden, so Hu. „Es ist der erste Schritt eines sehr langen Weges.”

Ren verteidigte die Operation mit den Worten, dass sämtliche medizinischen Fortschritte trotz Diskussionen errungen würden. Beispielsweise seien ähnliche Angriffe gegen die Vorstöße bei Nierentransplantationen vor mehr als 60 Jahren gemacht worden. „Wenn etwas Neues auftaucht, sollten wir es diskutieren, aber nicht es stoppen. Schließlich lehrt uns die Vergangenheit, dass Neues unaufhaltsam ist“, so Ren. (german.china)

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