Taicang Tag 2018 in Frankfurt a.M.

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v.l.n.r: Dr. R. Waldschmidt, Vize-Bgm. Hu, DelLeiter Wang, Präsident E. Flammer und Frau S. Müller

Die im Osten Chinas gelegene, als „Heimat der Deutschen in China“ bezeichnete Stadt Taicang (Jiangsu) veranstaltet seit mehr als 10 Jahren alljährlich einen Taicang Tag in einer anderen deutschen Stadt. Der Taicang Tag 2018 fand am 29.5.2018 in Frankfurt a.M. statt.

Schauplatz der Veranstaltung war der Sitz der IHK in dem traditionsreichen Gebäude am Börsenplatz. Unter der Moderation von Frau Sonja Müller, Chefin des China Competence Centers (CCC) der IHKs von Frankfurt und Darmstadt, wurde die Begrüßung der großen Delegation aus Taicang von Eberhard Flammer persönlich vorgenommen, Präsident des alle 10 hessischen Industrie- und Handelskammern umfassenden Hessischen Industrie- und Handelskammertags (HIHK). Flammer erläuterte, dass die Handelszahlen beider Länder deren große Leistungsfähigkeit belegten. Die Vielzahl von Investitionsentscheidungen des deutschen Mittelstandes gerade in Taicang habe einen Grund u.a. in dem Vorhandensein vorzüglicher Arbeiskräfte am Standort. Aus der Erfahrung seines eigenen in Taicang tätigen Unternehmens könne er der Stadt nur für die umfassende Unterstützung danken. Wünsche für die Zukunft seien: Ein freierer Datenverkehr in China, eine verstärkte Sicherung der Urheberrechte und die Möglichkeit eines Immobiliar-Eigentumserwerbs für deutsche Unternehmen.

ZHU Weige, Gesandter Botschaftsrat und Leiter der Wirtschafts- und Handelsabteilung des Frankfurter Generalkonsulats der VR China, gratulierte Frankfurt für die erstmalige Ausrichtung eines Taicang Tages, namentlich auch für die Organisation durch Moderatorin Sonja Müller. Taicang habe die Bezeichnung „Heimat der Deutschen in China“ völlig verdient. Bereits 2008 habe die chinesische Regierung Taicang als „Zentrum für deutsch-chinesische Unternehmenszusammenarbeit“ auf nationaler Ebene ausgezeichnet. Der Erfolg Taicangs sei auch ein Erfolg von 40 Jahren Reform- und Öffnungspolitik der VR China. Und diese Politik würde, wie Präsident Xi Jinping jüngst auf dem Bo’ao-Forum 2018 deutlich gemacht habe, fortgesetzt werden.

DelLeiter Wang und Stadtverordnetenvorsteher St.Siegler

Sehr hochrangig waren auch das Land Hessen und die Stadt Frankfurt auf dem Taicang Tag vertreten. CEO Dr. Rainer Waldschmidt von Hessen Trade & Invest (HTAI) begrüßte, dass der Taicang Tag nunmehr auch in Hessen und Frankfurt angekommen sei. Frankfurt und Taicang passten bestens zusammen, denn „Frankfurt ist in Deutschland die Nr. 1, und Taicang ist in China die Nr.1 – das passt zusammen.“ Die HTAI und auch er persönlich stünden jederzeit als Vermittler zur Verfügung. Für die Stadt Frankfurt bemerkte Stadtverordnetenvorsteher (Parlamentspräsident) Stephan Siegler: Während Frau Merkel nach China gereist sei, sei Taicang umgekehrt nach Frankfurt gereist. Und auch er bewertete es als hervorragend, dass nunmehr erstmals der Taicang Tag in Frankfurt stattfinde. Denn Frankfurt sei nicht nur das Logistikdrehkreuz und die Stadt der Banken, sondern auch die Stadt von Life Science, Pharma und des bedeutendsten Datenknotens. Sie sei als alter Handels- und Messestandort u.a. aufgrund des Umschlags von Seiden aus China Endpunkt der alten Seidenstraße gewesen.

Seitens der chinesischen Gäste erinnerte Delegationsleiter WANG Hongxing, Mitglied des Ständigen Ausschusses CPC Taicang, dass die 900.000 Einwohner zählende Stadt 2014 in Frankfurt ein eigenes Repräsentanzbüro eingerichtet habe. 1993 habe sich das erste deutsche Unternehmen in Taicang niedergelassen, die Fa. Kern-Liebers. Nach 25 Jahren Zusammenarbeit mit Deutschland sei die Unternehmenszahl auf mehr als 300 angewachsen. Und im menschlichen Leben sei das 25. Lebensjahr „das beste Jahr“. Über „Erfolgsstrategien von deutschen Hidden Champions in China“ referierte Professor Dr. Dr. Hermann Simon. Sein Fazit: Wenn man auf dem Weltmarkt Erfolg haben wolle, müsse man in China ebenfalls aktiv sein. Und die deutschen Hidden Champions seien auch alle schon in China. Jedenfalls seien beide Länder eindeutig „Globalisierungsgewinner“. Taicangs Vize-Bürgermeisterin HU Jie schließlich stellte die Deutschland-Kooperation von Taicang mittels statistischer Daten und besonderer Charakteristika der Stadt vor. Die Verwaltung verstehe sich als Servicestelle für deutsche Unternehmen. Daher habe man bereits vor 17 Jahren ein duales Ausbildungszentrum errichtet, und daher veranstalte man auch regelmäßig Taicang Tage, nunmehr zum 11. Mal.

Nach Erfahrungsberichten von Unternehmensseite (Alibaba Group, Elkamet Kunststofftechnik) schloss die Veranstaltung mit einem sehr lebhaften Panel, geleitet von Christian Sommer (Präsident Taicang German Center) und unter Beteiligung von Delegationsleiter Wang, Prof. Simon und Vertretern in Taicang ansässiger Unternehmen. Tenor der Debatte u.a.: Außer den IT-Problemen gebe es viele von der deutschen Wirtschaft vorgetragene Probleme für die Deutschen in Taicang nicht. Und ferner: Generell sei das Shanghaier Becken sehr lohnintensiv, wobei Taicang hier noch in einem „eher moderaten Zustand“ sei. Das Fazit von Christian Sommer: „Taicang ist die Hauptstadt Chinas – für den deutschen Mittelstand“.(bo)

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