Finanzexperten aus Guangdong informieren sich in Deutschland „aus erster Hand“

0
180
Das Foto zeigt vor der BBank-Niederlassung Zahlungsverkehr 7.v.l. Frau Dr. Winter, rechts daneben FinanzBgm. Qiao, D. Ballaschk und Direktor Li.

Finanzfachleute der Guangdong Financial High-Tech Service Zone informierten sich am 9.7.2018 in Frankfurt a.M. gewissermaßen „aus erster Hand“ und besonders hochwertig über das deutsche Finanz- und Banken-System. Mit Vertretern der deutschen Zentralbank, der Deutschen Bundesbank, traten sie in einen lebhaften Informationsaustausch über Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiderseitigen Systeme ein.

Unter Leitung des Finanz-Bürgermeisters von Foshan-Nanhai, QIAO Jifei (Mitglied der Bankenregulierungskommission) und des Leiters der Finanzplanungsbehörde von Nanhai, LI Xinyu sowie in Kooperation mit ihrem Partner „Silk Road“ führte die Delegation ihre Gespräche in der Abteilung „Grundsatzfragen Zahlungsverkehr“ der deutschen Zentralbank. Gerade vor dem Hintergrund der weit fortgeschrittenen Digitalisierung des Finanzverkehrs in China stellte die Bundesbank den Besuchern mit Frau Dr. Heike Winter und David Ballaschk ausgewiesene Experten auf dem Digitalisierungssektor zur Verfügung. Eingeführt wurde die Delegation natürlich auch in das Miteinander von Europäischer Zentralbank und nationalen Zentralbanken innerhalb der EU, das Aufgabenspektrum der Bundesbank sowie das auf drei Pfeilern – Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Privatbanken – beruhende deutsche Bankensystem.

Im Rahmen des Konzentrationsprozesses habe sich die Bankenzahl in Deutschland seit 1990 um 50 v.H. reduziert. Dabei spielten auch die die Banken belastende Niedrigzinsphase und die Zunahme des bargeldlosen Zahlungsverkehrs eine Rolle. Dies alles habe ebenfalls zu einer Reduzierung der Repräsentanzen der Bundesbank in der Fläche als Geldbevorratungsquelle für die einzelnen Bankniederlassungen geführt. Von chinesischer Seite wurde hierzu auf die Parallele einer Bankenreduzierung auch in China hingewiesen. Und auch die chinesische Zentralbank sei durch Niederlassungen in Provinzen und großen Städten vertreten. Unterschiede stellten sich bei den Aufgaben in der internationalen Währungsbewirtschaftung heraus, im Foreign Exchange Management. Während dies in China noch eine große Bedeutung hat, spielt es aufgrund des freien Geldverkehrs in Deutschland kaum noch eine Rolle.

Einen Schwerpunkt in den Erörterungen nahmen vor allem der bargeldlose Zahlungsverkehr sowie überhaupt der gesamte Bereich FinTech ein. Während dieser in China bereits sehr weit fortgeschritten sei (Ali-Pay, Wechat-Pay), gehe auch in Deutschland die Entwicklung nunmehr sehr stark in diese Richtung. Allerdings habe der deutsche Bankensektor die Dynamik der Entwicklung unterschätzt, sodass es bisher kein spezielles digitales Zahlungssystem der deutschen Banken gebe. Und die Bereiche Startups und E-Commerce seien auf diese Zahlungssysteme angewiesen. Früher habe man in Deutschland bei einer Unternehmensgründung einen Bankkredit beantragt. Heute geschehe dies auf Plattform-Aktivitäten. Um „im Spiel zu bleiben“, müssten die Banken heute auch FinTech-Produkte anbieten. So sei die Bank „N 24“ als FinTech-Unternehmen gestartet und habe sich zur rein digitalen Bank entwickelt. Kommentar von chinesischer Seite: „Und daher hat dort auch Tencent investiert.“ (bo)

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here