Frankfurt: Lebendiger Schüleraustausch mit Guangzhou

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Das Fotozeigt die am Austausch beteiligten Lehrer gemeinsam mit Dr. Borchmann, 5.v.r. Schulleiter Stripp mit dem Gastgeschenk der chin. Seite, eingerahmt von Fr. Wang und Oliver Lein.

Eingebettet in die Städtepartnerschaft zwischen Frankfurt und Guangzhou pflegt die städtische Max-Beckmann-Schule (MBS) seit 2013 eine ausgesprochen lebendige und kreative Schulpartnerschaft mit dem Oberstufengymnasium „Guangzhou No.6 Middle School“. Im Rahmen des regelmäßigen Schüleraustausches wurden am 9.8.2018 24 Schüler und 5 Lehrer aus der Perlflussdelta-Metropole feierlich in Frankfurt empfangen.

Die Bedeutung einer solchen Partnerschaft erschließt sich bereits daraus, dass unter den ca. 2.000 allgemeinbildenden Schulen in Hessen gerade einmal 50 Partnerschaften oder partnerschaftliche Beziehungen zu chinesischen Schulen unterhalten. Ist eine solche Partnerschaft überhaupt einmal erst begründet, funktioniert sie nur dann, wenn Schulleitung, einzelne Lehrer, Schüler oder sonstige Mitglieder der Schulcommunity sich mit persönlichem Engagement und auch Aufopferung ihrer Freizeit hier einbringen.

Ein Bespiel für eine besonders gelungene Partnerschaft ist diejenige zwischen der MBS in Frankfurt und der „Guangzhou No.6 Middle School“. Geprägt ist diese von einem wechselseitigen Lehrer-Schüler-Austausch in regelmäßigem Rhythmus, aber auch von gemeinsamen Workshops zum wechselseitigen Kulturverständnis, etwa in Bereichen wie Kochen, Tanzen, Sport oder auch Tai-Chi. Und dokumentiert werden die Austausche jeweils in Büchern (zu den Austauschen, aber auch ein gemeinsames deutsch-chinesisches Kochbuch wurde erstellt) und DVDs. Möglich ist ein solch intensives Programm natürlich nur durch flankierende Hilfe wie etwa durch den rührigen Bereich „Frankfurt International“ in der Stadtverwaltung, das Staatliche Schulamt, das chinesische Generalkonsulat in Frankfurt oder durch ein Unternehmen (Aurelis) in der Region auf deutscher Seite. Und auch auf chinesischer Seite erfährt das Projekt sehr wohlwollende Unterstützung durch die Stadtregierung.

Im Rahmen des Austauschprogramms war nunmehr im August wieder ein Besuch der chinesischen Seite in Frankfurt a.M. an der Reihe,  nachdem die „Frankfurter“ im vg. Februar bereits in Guangzhou waren. Empfangen wurden die 5 Lehrer und 24 Schüler im Rahmen eines Festaktes in der ehrwürdigen Aula in der MBS. Nach einer eindrucksvollen vierhändigen Präsentation des Stückes „Jugendfreuden“ von Anton Diabelli auf dem Klavier durch zwei MBS-Schüler eröffnete Schulleiter Harald Stripp mit einer nicht minder eindrucksvollen, nachdenkenswerten und sehr einfühlsamen Rede den Festakt. Er erinnerte daran, dass bereits vor rund 300 Jahren der große deutsche Gelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz die Deutschen, vor allem ihre gebildete Schicht, mit dem fernen, geheimnisvollen China und seiner großen Kultur bekannt gemacht habe (Zitat: „Unsere Missionare sollen sich bemühen, im Austausch für die europäischen Wissenschaften, die sie nach China tragen, uns das chinesische Wissen zurückzubringen.“). Schulleiter Stripp verknüpfte gerade die Internationalität seiner Schule mit der Bedeutung des Schüleraustausches. Andere Kulturen erweckten Neugier und stellten eine persönliche Bereicherung dar. Durch die Begegnung mit anderen Kulturen erfahre man auch mehr über sich selbst. Und: Unbeschadet aller Fortschritte in der digitalen Kommunikation könne jene niemals die persönliche Begegnung ersetzen.

MDgt. a.D. Dr. Michael Borchmann stellte in seinem anschließenden Grußwort das große Engagement der MBS heraus, ohne das ein derart gelungenes Projekt sich niemals hätte realisieren lassen. Für die chinesische Seite unterstrich die stv. Schulleiterin WANG Huishan, dass sie sich bei ihrem 3. Besuch in Frankfurt schon fast wie zuhause fühle. Man lerne bei einem solchen Austausch Dinge, die man nie aus Büchern lernen könne. Zugleich überbrachte sie die Grüße von Schulleiter LIU und dankte auch ihrerseits für die chinesische Seite für die Unterstützung durch Staat und Unternehmen, ohne die der Austausch nicht möglich wäre.

Eine Präsentation von „12 Survival Tipps in Frankfurt“ durch die MBS-Koordinatoren Oliver Lein und Mitja Lüderwaldt schloss sich an, teilweise sehr praktisch (zur Benutzung des ÖPNV), teilweise auch humorvoll („Gehe niemals im Trikot von Bayern München durch Frankfurt, nehme eines von der Eintracht“, „Probiere hessisches Essen, es schmeckt besser als es aussieht“). Nach weiteren Begrüßungs- und Willkommensworten von Schülern beider Seiten kam es dann noch zu einem besonderen Geschenkaustausch mit stv. Schulleiterin Wang. Schulleiter Stripp überreichte ihr Keramikmodelle der Frankfurter Wahrzeichen „Römer“ und „Bockenheimer Warte“. Und Dr. Borchmann hatte Fußball und Wein als deutsche Markenzeichen ausgewählt. Passend zu den Survival Tipps überreichte er Frau Wang einen Eintracht-Fanschal. Und in Sachen Wein bemängelte er, dass Chinesen dächten, guter Rotwein komme nur aus Frankreich und Italien. Dabei habe Deutschland auch eine großartige Rotweinregion, nämlich in Baden. Von dort habe er eine Flasche „Hex vom Daseinstein“ ausgewählt, damit die Hexe Frau Wang magische Kräfte verleihe, ihre fordernde schulische Arbeit mit Zauberkräften noch besser zu bewältigen.

Abgeschlossen wurde der ausgesprochen schöne und stimmungsvolle Festakt mit dem Stück „A Chinese Folk Song“, dargeboten von 2 Schülerinnen mit dem Piano und den bewegenden Tönen einer Erhu. (bo)

Das Foto zeigt die Mitwirkenden des Austauschs auf der Bühne der Aula, 2.v.l. Schulleiter Stripp, daneben stv. Schulleiterin Wang

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