7. CHINA TIME stilvoll eröffnet, mit Blick auf die Digitalisierung

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Foto zeigt v.l.n.r. K. Strittmatter, GK SUN Congbin, 1. Bürgermeister Dr. Tschentscher und CHENG Ji

31.8.2018, Hamburg – Stilvoll eröffnet wurde am 31.8.2018 im großen Festsaal des Hamburger Rathauses die 7. CHINA TIME. Und stilvoll war nicht nur das Ambiente eines der schönsten Rathäuser Deutschlands, stilvoll oder spannend waren auch die Worte, die Erster Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher, Generalkonsul SUN Congbing, Korrespondent Kai Strittmatter und Alibaba Geschäftsführer CHENG Ji anlässlich der Eröffnungszeremonie fanden.

Die Veranstaltungsreihe CHINA TIME Hamburg ist eine Initiative des Hamburger Senats, mit der die Hansestadt seit 2006 ihre China-Kompetenz alle zwei Jahre einem breiten Publikum präsentiert. CHINA TIME Hamburg ist, auf Umfang und Beteiligung bezogen, die größte Veranstaltungsreihe mit China-Bezug in Europa. Und auch zu der diesjährigen Auflage vom 1. bis 23. September wird in über 150 Veranstaltungen dazu eingeladen, das „Reich der Mitte“ zu entdecken. Unter dem Motto „PULSE OF THE CITY“ beschäftigt sie sich vor allem mit den Auswirkungen von  Urbanisierung, Stadtentwicklung und Zukunftstechnologien auf die moderne Gesellschaft.

Den Auftakt der von musikalischen Darbietungen der Gruppen Guangzhong Guge, Shi Yang Jing und Descendants of the Dragon umrahmten Veranstaltung machte der Erste Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Dr. Peter Tschentscher. Hamburg habe aufgrund der Seefahrt und der frühen Niederlassung chinesischer Seeleute eine lange Chinatradition. Ca. 7.500 Chinesen in der Stadt und etwa 500 chinesische Unternehmen prägten Hamburg ebenso wie die herausragende Bedeutung Chinas für die Hafenwirtschaft. Und endlich bilde Hamburg auch den Endpunkt der neuen Seidenstraße. Die Politik der Stadt sei geprägt von der Mobilität der Zukunft und intelligenten Verkehrssystemen: Hier wolle man Modellstadt werden, und zwar in enger Kooperation mit China.

SUN Congbin, Generalkonsul der VR China, unterstrich seine Freude darüber, dass via CHINA TIME Hamburg seit 2006 ein unübersehbares und klares Signal für die Freundschaft mit China setze. Und diese ausgezeichneten Beziehungen würden zudem immer tiefer. Heute fokussiere sich die Kooperation auf Bereiche wie künstliche Intelligenz, E-Mobilität, intelligente Fertigung und Digitalisierung bei der Stadtentwicklung. Die Begeisterung Chinas für die Digitalisierung sei groß, wie E-Commerce und digitale Paysysteme zeigten. In Sachen intelligente Hafenwirtschaft und digitale Verkehrssysteme sei Hamburg Vorreiter-Stadt in Deutschland. Und hierzu gebe es einen intensiven Austausch mit China.

Aus seiner Begeisterung für China keinen Hehl machte Kai Strittmatter, China-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung und Autor verschiedener Buchpublikationen über China (u.a. „Gebrauchsanweisung für China“). Diese Begeisterung umfasse auch die Kunst: Es gebe so „tolle Künstler“ in China, etwas, was man nur in diesem Land erleben könne. Und mit der Schilderung von Digitalisierungsbeispielen aus China zog Strittmatter seine Zuhörer in den Bann. In den vergangenen 20 bis 30 Jahren sei buchstäblich ein Wirbelsturm der Entwicklung über China hinweggebraust. China sei geprägt durch die Neugier auf Neues. So sei China in Sachen Fin-Tech weit voraus, dank Tencent und Alibaba. In Beijing bezahle man Nudelsuppe und Gemüse mit dem Handy, sogar Bettlern könne man so Zuwendungen machen. Künstliche Intelligenz habe Eingang in Gerichtsverfahren gefunden und in Bewertungen. Es sei das Projekt „Made in China 2025“, das Trump derart Angst mache, dass er einen Handelskrieg heraufbeschworen habe. Der Nachrichtendienst Wechat sei inzwischen zu einer umfassenden App entwickelt worden. Chinesische Touristen in Deutschland seien oft entsetzt, wie „rückständig“ man hier sei. Und man müsse sich tatsächlich die Frage stellen, wo Deutschland stehe. Man sei hier wie gelähmt., hänge bei der Digitalisierung weit zurück. China sei dagegen das spannendste Land der Welt. So habe auch die Partei die künstliche Intelligenz zur Sicherung ihres Einflusses entdeckt, bis 2030 wolle man Weltmarktführer in Sachen KI sein. Durch die KI werde die Welt gewissermaßen neu erfunden. In Hangzhous Mittelschule Nr. 11 erfolge via Kameras mit Gesichtserkennung eine umfassende Erfassung der Leistung von Schülern, jede Unaufmerksamkeit werde registriert. Mit „predictive policing“ könnten Straftaten prognostiziert werden. Im Sozialsystem entwickle sich ein umfassendes Erfassungssystem, das mit Bestrafungen oder Belohnungen einher gehen könne. Viele in Deutschland hätten überhaupt noch nicht erkannt, wohin die Entwicklung gehe. Die Gefahr sei groß, dass man schlicht den Anschluss verliere: „Wir müssen von China lernen, namentlich das Richtige!“

Praktische Beispiele der Digitalisierung führte auch CHENG Ji an, Geschäftsführer von Alibaba Cloud (Germany). So verdränge das Smartphone die traditionellen Navigationssysteme. Aufgrund von Alibabas „amap“ suchten die großen Automobilhersteller intensiv Kontakt zu seinem Unternehmen. Und er erläuterte das Spektrum von Dienstleistungen, die Alibaba den Nutzern bieten könne, namentlich auch zur Kostensenkung, aber ebenso für den Alltag wie etwa Detailinformationen zu Gerichten auf einzelnen Restaurantspeisekarten. (bo)

Foto zeigt K. Strittmatter mit CTH-Gründer und Geschäftsführer LIU Guosheng

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