Farbenfrohes Guizhou und cooles Guiyang

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Kostümshow nationaler Minderheiten

19.9.2018, Frankfurt a.M. – Zu einer besonderen Darbietung ihrer Kultur und der Attraktivität als Tourismusdestination hatte die Hauptstadt der in der im Südwesten Chinas gelegenen Provinz Guizhou, Guiyang, am 19.9.2018 in das Frankfurt Marriott Hotel eingeladen. Sehr viele Besucher waren der Einladung zur Präsentation „Farbenfrohes Guizhou und cooles Guiyang“ gefolgt.

Die Kultur von Guizhou und Guiyang ist besonders vielfältig und reich, leben dort doch 17 nationale Minderheiten, unter ihnen etwa die Bouyei, Miao und Dong.

Präsentation traditioneller konischer Masken durch den Künstler persönlich

Vor diesem Hintergrund hatten sich der Leiter der Delegation, Guiyangs Oberbürgermeister CHEN Yan, und die Delegierten seiner Stadtregierung sowie des „Guiyang Tourismus Industry Development Committee’s“ etwas Besonderes einfallen lassen, die Besucher der Präsentation ein wenig Guizhou „hautnah“ erleben zu lassen. Umrahmt wurde die Veranstaltung von einer Ausstellung mit Landschaftsfotografien, Kalligraphie, chinesischer Tee-Kunst, Batik, Papier-Schnitt, konische Maske, chinesischer Malerei und regionaler Handwerkskunst – präsentiert von den Künstlern persönlich. Und die traditionelle Kleidung der Guizhou-Minderheiten fand Ausdruck in einer eindrucksvollen Kostümshow auf der Bühne.

Moderiert wurde die Präsentation durch den Leiter der Tourismus-Verwaltung, LIU Benli, der erläuterte, dass man Frankfurt als Zentrum der deutschen Tourismus-Industrie bewusst ausgewählt habe, um die Kultur Guiyangs vorzustellen. In dem anschließenden Werbefilm wurde Guiyang als bevölkerungsmäßig „jüngste Stadt“ mit sehr guten logistischen Verbindungen gezeigt. Es sei eine „Parkstadt“ mit blauem Himmel, die auf Sauberkeit und Ordnung großen Wert lege. Guiyang sei eine „Wohlfühlstadt“, gelegen in der farbenfrohen Provinz Guizhou.

Frankfurts Generalkonsul der VR China, WANG Shunqing, ließ es sich nicht nehmen, die Besucher aus Guizhou persönlich willkommen zu heißen. Er hob die Prägung Guizhous durch die nationalen Minderheiten hervor, ebenso den Charakter Guiyangs als „Waldstadt“. Die kulturelle Vielfalt mache Guizhou noch farbenfroher. Aber Guiyang sei auch eine Hochburg technologischer Innovation. In einer Zeit, die durch ein immer intensiver werdendes Netz chinesisch-deutscher Beziehungen geprägt sei, sei es eine gute Idee, die Stadt in Frankfurt a.M. vorzustellen. Denn Frankfurt sei das dynamische Wirtschaftszentrum Deutschlands mit einem hohen Stellenwert für China. Er selbst sehe eine der wichtigsten Aufgaben des Generalkonsulats darin, die Zusammenarbeit auf regionaler und lokaler Ebene nachhaltig zu fördern und zu unterstützen und biete daher sehr gerne Guiyang seine Assistenz an.

Die detaillierte Beschreibung der Lokation lag dann in den Händen von Oberbürgermeister CHEN Yang, nicht zuletzt anhand zahlreicher statistischer Daten. Guiyang sei ein Knoten der neuen Seidenstraße und der Tourismus sei ein herausragender Wirtschaftsfaktor, den man deshalb besonders engagiert fördere. Die Stadt sei geprägt durch Landschaften von wahrlich magischer Schönheit; die Winter seien nicht kalt und die Sommer nicht zu heiß. In unmittelbarer Umgebung der Stadt befänden sich zahlreiche Naturdenkmäler. Die Stadt könne eine sehr alte, eiche Kultur vorweisen, und Buddhismus, Daoismus und Christentum existierten hier harmonisch nebeneinander. Aber auch viele bedeutende Unternehmen hätten sich hier niedergelassen, insbesondere aus der Digitalindustrie.

Dr. Michael Borchmann, einst für die internationalen Beziehungen des Landes Hessen verantwortlich, erinnerte sich, in seinem früheren Amt den damaligen Vize-Gouverneur von Guizhou, QIN Rupei, in der Wiesbadener Staatskanzlei empfangen zu haben. Dieser habe ihn damals in die Geheimnisse des Maotai eingeführt und erläutert, dass Maotai nicht ein schlichter chinesischer Schnaps sei, sondern wertvolle „chinesische Medizin“. Aktuell komme ihm zu Guiyang in den Sinn, dass die Stadt in Kürze ein Haltepunkt der populären Oldtimer-Ralley von Hamburg nach Beijing sein werde. Für die Präsentation der Schönheiten von Stadt und Provinz sei es wichtig, dass man im Hinblick auf die große Konkurrenz chinesischer Destinationen beharrlich und mit Ausdauer in Deutschland werbe. Von Vorteil sei es dabei, dass man einen sehr qualifizierten deutschen Kooperationspartner gefunden habe. Und sehr wertvoll sei auch die von Generalkonsul Wang angebotene Assistenz. Aus langjähriger Erfahrung wisse er, dass das Frankfurter Generalkonsulat nicht nur groß sei, sondern auch eine großartige und engagierte Arbeit mache.

Minister a.D. Hermann Schaufler, früher einmal Chef des Wirtschaftsministeriums von Baden-Württemberg, griff ebenfalls auf Erinnerungen aus seiner damaligen Amtszeit zurück. Damals sei die Regionalpartnerschaft zu der Provinz Jiangsu aufgebaut worden, die er – erläutert anhand von Beispielen – besonders gerne gefördert habe. Es sei faszinierend, was in China in den vergangenen 30 Jahren entstanden sei. Und er selbst fühle sich in China  sehr wohl, sei beeindruckt von diesem Land. Die aktuelle Tourismusveranstaltung sei nicht nur von wirtschaftlichem Wert. Denn der Tourismus bringe Menschen zusammen. Schaufler fand aber auch Worte der Kritik für das China-Bashing zahlreicher deutscher Medien.  China sei immer ein Land gewesen, das Konflikte oder gar Kriege zu vermeiden gesucht habe. Und das aktuelle Seidenstraßenprojekt sei ein großartiges Vorhaben, die Länder einander näher zu bringen.

Abgeschlossen und abgerundet wurde die Veranstaltung durch die feierliche Unterzeichung eines Memorandums für Strategische Zusammenarbeit im Tourismus und Kulturbereich zwischen dem Guiyang Tourismus Industry Development Committee und deutschen Touristik-Partnern. (bo)

Feierliche Unterzeichnung des Memorandums, hinten v.l.n.r. Min.a.D. H. Schaufler, OB Chen, GK Wang, Stadtverordneter Bernhard Ochs (Frankfurt), Tourismusexperte H. Lommatzsch, Dr. Borchmann

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