Usbekistan-Tag in Düsseldorf: Kulturelle Begegnungen entlang der Seidenstraße

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Usbekistan
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12.1.2019, Düsseldorf – Usbekistan, China und Deutschland als Komponenten gaben dem Usbekistan-Tag am 12.1.2019 in Düsseldorf –Schloss Elbroich – ihr ganz besonderes Gepräge. Zu verstehen ist der Hintergrund der Veranstaltung erst durch ihre Vorgeschichte, die mit der Idee der kulturellen Seidenstraße beginnt.

Die Idee der kulturellen Seidenstraße umschreibt, dass der Erfolg des Belt&Road-Projektes nicht nur von dem wirtschaftlichen Austausch auf der Trasse bewirkt wird, sondern zugleich von dem völkerverbindenden kulturellen Austausch. Diese Überlegung hatte GUO Jian, Vorsitzender des Vereins für Deutsch-Chinesischen Kulturaustausch (DCKD) in Düsseldorf, bewogen, in Kooperation mit dem chinesischen Generalkonsulat mittels einer mit „Blue Container-Projekt“ benannten Initiative, Veranstaltungen des kulturellen Austausches entlang der Seidenstraße zu organisieren. Eine Etappe dieser Initiative war im vergangenen Dezember eine viel beachtete Ausstellung chinesischer, deutscher und usbekischer Künstler in der Nationalgalerie Taschkent, die innerhalb einer Woche mehr als 5.000 Besucher hatte. Die hinter diesem Projekt stehende „Philosophie“ beschrieb Kurator Jürgen Büssow, früherer Düsseldorfer Regierungspräsident, in dem Ausstellungsflyer treffend mit den Worten: „Das Projekt Neue Seidenstraße ist nicht nur ein Wirtschaftsthema, sondern auch ein Kulturthema. Die Kunst ist eine eigene Sprache, mit eigenen Ausdrucksformen und eigener Grammatik. Diese können wir, mit ein wenig Fantasie und Sensibilität, grenzüberschreitend schneller erlernen als die geschriebene und gesprochene Sprache der anderen.“  

V.l.n.r. Moderator J. Umbach, GK Feng, MdB Dr. M.A. Strack-Zimmermann, GK Khamraev, DCKD-Vors. Guo und RegPräs. a.D. J. Büssow
Von links: Moderator J. Umbach, GK Feng, MdB Dr. M.A. Strack-Zimmermann, GK Khamraev, DCKD-Vors. Guo und RegPräs. a.D. J. Büssow

Geboren wurde im Lichte des Erfolges von Taschkent zugleich die Idee, die deutschen und usbekischen Kunstwerke im Rahmen eines Usbekistan-Tages in Düsseldorf zu präsentieren und das Land Usbekistan dabei mit einem musikalischen und gastronomischen Rahmenprogramm den Menschen näherzubringen. Und der für Düsseldorf zuständige Generalkonsul der Republik Usbekistan, Erkin Khamraev, zögerte nicht, diese Idee aufzugreifen.

Seidenstraßengespräch: GK Feng, GK Khamraev, Konsul N. Mamajonov (Usb.) und Vors. Guo
Seidenstraßengespräch: GK Feng, GK Khamraev, Konsul N. Mamajonov (Usb.) und Vors. Guo

Vor dem Hintergrund der Entstehungsgeschichte verwundert es nicht, dass neben Deutschen (darunter Parlamentarier aus Bund, Land und Stadt Düsseldorf) und Usbeken vor allem auch Chinesen die Veranstaltung besuchten, an ihrer Spitze der Generalkonsul der VR China in Düsseldorf, FENG Hayang. Kleiner Wermutstropfen: Eine eingeladene Musikgruppe aus Usbekistan hatte von der Deutschen Botschaft in Taschkent des Einreisevisum nicht bekommen. Sie wurde kurzfristig durch die in Deutschland lebende Konzertpianistin Tatjana Worm-Sawosskaja ersetzt, die den Besuchern ihre Meisterschaft auf dem Felde der klassischen Musik (Romantik) demonstrierte. Gastronomisch stand das aus usbekischer Hand zubereitete traditionelle Plov im Mittelpunkt, ein Gericht aus Reis, Gemüse und Hammelfleisch.

Usbekistan: Pianistin Worm-Sawosskaja
Pianistin Worm-Sawosskaja

Unter der Moderation von Joachim Umbach erinnerte GK Khamraev in seiner Eröffnungsrede nach einem Dank an GUO Jian an die reiche Nationalkultur Usbekistans. Als früher Handelsknoten habe sein Land bereits vor 3.000 Jahren Zivilisationszentren entwickelt, wie Samarkand und insbesondere Buchara. Und die jüngsten Präsidentenwahlen hätten zu einer weiteren nachhaltigen Öffnung seines Landes geführt. Der Grundsatz von Präsident Shavkat Mirziyoyev sei: Der Staat solle dem Menschen dienen und nicht umgekehrt. GK Khamraev erläuterte Einzelheiten des Reformprogramms mit dem Tenor: Die wirtschaftliche Tür Usbekistans werde weit geöffnet. Und dazu gehöre auch die ab 15.1.2019 in Kraft tretende Visafreiheit für Deutsche.

Mitveranstalter GUO Jian (DCKD) beschrieb das Vorhaben, die Menschen entlang der Neuen Seidenstraße über die Kultur miteinander ins Gespräch zu bringen. In diesem Sinne sei der „Blaue Container“ ein Symbol der Völkerverständigung geworden. Er kündigte zugleich an, dass es im kommenden März ein großes DCKD-Wirtschaftsforum geben werde mit dem Ziel, Usbekistan zum wirtschaftlichen Zentrum Zentralasiens auszubauen.

Die Stellv. FDP-Bundesvorsitzende Dr. Marie-Agnes Strack-Zimmermann, MdB und Fraktions-Sprecherin für Verteidigungspolitik, dankte den Organisatoren des Projektes und betonte, wie wichtig es in einer von Krisen geprägten Welt sei, die Menschen durch Malerei, Musik und gutes Essen einander nahezubringen. Daher seien derartige kulturelle Austauschprojekte nicht hoch genug zu würdigen. An die eingangs beschriebene Entstehungsgeschichte des Usbekistan-Tages erinnerte nochmals Regierungspräsident a. D. Jürgen Büssow: Die Kunst sei die Sprache der leichteren Verständigung. Und Usbekistan öffne sich nunmehr sehr für westliche Kunst. Abgerundet wurden die Präsentationen durch Tatjana Worm-Sawosskaja, die einfühlsam anhand von Bildern in die große Geschichte und Kultur Usbekistans einführte.

Auch usbekische Volkskunst war zu betrachten

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