Botschafter WU Ken: Amtsantritt mit Freundschaft und Zuversicht

0
92

12.04.2019, Berlin – Freundschaft zu Deutschland und Zuversicht hinsichtlich der weiteren Entwicklung der bilateralen Beziehungen waren prägende Momente des Grußwortes, das der neue Botschafter der VR China an die Gäste richtete, die zu seinem Antrittsempfang am 12.04.2019 in Berlin erschienen waren. Und es waren sehr viele Gäste, die der Einladung von Botschafter WU Ken und Ehegattin GUO Jinqiu in das eindrucksvolle Botschaftsgebäude am Märkischen Ufer gefolgt waren.

Botschafter Wu bei seinem Grußwort
Botschafter Wu bei seinem Grußwort

Unter diesen Gästen waren Vertreter von Staat, Gesellschaft, chinesischer Community sowie des diplomatischen und konsularischen Corps, darunter alle vier Generalkonsuln der VR China in Deutschland. Und besonders herzlich begrüßte Botschafter Wu Jörn Jensen nebst Ehegattin Christina Holzkamp: Jörn Jensen sei sein Deutschlehrer an der Universität Wuhan gewesen, dem er seine gründlichen Deutschkenntnisse zu verdanken habe. Geprägt worden sei sein enges Band zu Deutschland ebenso durch sein Studium an der Johann Wolfgang Goethe-Universität in Frankfurt a. M., später dann durch seine Verwendungen im Rahmen des Auswärtigen Dienstes seines Landes zunächst an der Botschaft in der DDR und später dann in der Botschaft der Bundesrepublik. Seine enge Bindung an Deutschland habe er auch in seinen weiteren Verwendungen nicht verloren und er freue sich nunmehr in das Land zurückzukehren, zu dem er eine besonders tiefe Freundschaft empfinde.

Botschafter Wu und Gattin GUO Jinqiu mit dem früheren Deutschlehrer des Botschafters Jörn Jensen und Gattin Christina Holzkamp
Botschafter Wu und Gattin GUO Jinqiu mit dem früheren Deutschlehrer des Botschafters Jörn Jensen und Gattin Christina Holzkamp

Botschafter Wu warf nachdenklich einen Blick auf den Beginn der 90iger Jahre: Deutschland habe gerade erste Schritte zur Überwindung der Teilung unternommen und China habe sich am Beginn seiner Reform- und Öffnungspolitik befunden. Die Wirtschaftskraft und der internationale Einfluss seines Landes seien noch sehr eingeschränkt gewesen. Inzwischen habe sich China zur zweitgrößten Weltwirtschaft entwickelt und habe 700 Millionen Menschen aus der Armut geholt. Die Beziehungen beider Länder hätten sich zu einer nie dagewesenen Tiefe und Intensität entwickelt, wovon u. a. 70 bilaterale Mechanismen zeugten, darunter die Regierungskonsultationen, die China exklusiv mit Deutschland habe. Und das Niveau dieser Beziehungen sei nicht selbstverständlich, weshalb er allen seinen herzlichen Dank ausspreche, die daran mitgewirkt hätten.

Ebenso erinnerte der Botschafter daran, dass es in der heutigen Weltlage Gefährdungen für Multilateralismus und Freihandel gebe, nämlich Unilateralismus, Populismus und Protektionismus. Um so wichtiger seien strategische Partnerschaften wie jene zwischen China und Deutschland. Und diese Partnerschaft sei geprägt durch die Prinzipien der Öffnung, Toleranz und des gegenseitigen Nutzens. Wie wertvoll eine Öffnungspolitik sei, habe er hautnah bei seiner Arbeit für die Provinzregierung von Guangdong feststellen können. In Guangdong habe die Öffnung Chinas ihren Ausgang genommen, sie habe Guangdong zu einer Vorzeigeprovinz gemacht. Dies sei zugleich ein guter Orientierungsmaßstab für die chinesisch-deutschen Beziehungen.

Wu und Gattin mit HU Xudong, Chefredakteur der China Rundschau
Wu und Gattin mit HU Xudong, Chefredakteur der China Rundschau

Wichtig sei, so Botschafter Wu, ferner der offene wechselseitige Austausch. Missverständnisse müssten vermieden werden, um in der öffentlichen Meinungen keine unzutreffenden Bilder über China zu erzeugen. China habe die deutsche Einigung ebenso unterstützt wie die europäische Integration. Bei seiner eigenen Entwicklung habe China niemals auf Kosten der Interessen anderer Länder gehandelt. Misstrauen und Zweifel seien insbesondere nicht gegenüber der „Belt & Road-Initiative“ angebracht. Diese Zweifel erinnerten ihn, so Botschafter Wu mit feinsinnigem Humor, irgendwie an im Frühjahr auftauchende Allergien. Allergien seien eine Überreaktion des menschlichen Organismus auf etwas Ungewohntes. Botschafter Wu äußerte die Hoffnung, dass diese Allergien bald überwunden seien und die großen Chancen der Initiative genutzt würden. Und ebenso appellierte er an die Gäste, jeweils persönlich an der Weiterentwicklung der bilateralen Beziehungen mitzuarbeiten, denn es komme nicht nur auf die Regierungen, sondern auch auf all die einzelnen Menschen an.

Die Generalkonsuln von Düsseldorf, FENG Haiyang (li.), und Frankfurt, SUN Congbin (re.), mit MDgt.a.D. Dr. Michael Borchmann, stellv. Vorsitzender der GDCV
Die Generalkonsuln von Düsseldorf, FENG Haiyang (li.), und Frankfurt, SUN Congbin (re.), mit MDgt.a.D. Dr. Michael Borchmann, stellv. Vorsitzender der GDCV

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here