Vesakh 2019: Andächtige Waschung des Buddhas und bunte Tänze im Herzen von Frankfurt

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Trotz Regens ein freudiges Vesakh-Fest in Frankfurt
Trotz Regens ein freudiges Vesakh-Fest in Frankfurt

11.05.2019, Frankfurt a. M. – An einem Samstag, mitten im Herzen Frankfurts, feierten die (chinesischen) Buddhisten des Fo Guang Shan Tempels ihr diesjähriges Vesakh-Fest und setzten zu den gehetzten Passanten und dem hektischen „Shoppen“ um den Liebfrauenberg, einem der schönsten Plätze der Altstadt, herum einen Kontrapunkt der besonderen Art, nämlich der Freude und der Nachdenklichkeit.

Das Vesakh-Fest erinnert an die Geburt, die Erleuchtung (Nirwana) und das vollkommene Verlöschen (Parinirvana) des Buddha Siddhartha Gautama und damit seinen Austritt aus dem Kreislauf der Wiedergeburt (Samsara). Es wird heute von Buddhisten in aller Welt als höchster Feiertag begangen. Auch der im Osten Frankfurts beheimatete Fo Guang Shan Tempel lud zum 11.05.2019 traditionell zu einer großen Feier von 11 bis 17 Uhr auf den Platz Liebfrauenberg ein. Und dieser Platz war gefüllt mit Pavillons, die Speisen – vegetarisch –, Getränke und Devotionalien sowie Schriften ebenso anboten wie Kalligraphie oder zeremonielle Teezubereitung. Im Zentrum aber war ein Tisch mit der Möglichkeit des Badens von Buddha aufgebaut. Umgeben von Opfergaben und inmitten eines lotusförmigen Beckens mit geweihtem Wasser war eine kleine Statue von Siddhartha (Buddha) im Kindesalter aufgestellt. Aus dem Becken werden drei Kellen Wasser geschöpft und über die Statue gegossen. Dies geschieht im Gedenken an die Legende, die besagt, dass kurz nach der Geburt des Prinzen Siddharta neun Drachen Wasser über ihm ausgegossen haben sollen. Heute soll diese Zeremonie den sie Ausübenden auf seinem weiteren Weg spirituell reinigen und weiter die Reinheit kultivieren. Und die Veranstalter hatten neben der Figur zugleich für eine kleine Anleitung namentlich der Nicht-Buddhisten gesorgt, hieß es dort doch: „Ich übergieße die linke Schulter und schwöre, gute Gedanken zu haben. Ich übergieße die rechte Schulter und schwöre, gute Worte zu sprechen. Ich übergieße den Rücken und schwöre, gute Taten zu verrichten.“

Siddharta-Buddha im Zentrum der Reinigungszeremonie
Siddharta-Buddha im Zentrum der Reinigungszeremonie

Nachdem am Vormittag bereits in feierlichen Zeremonien die Opfergaben zu Buddha gebracht worden waren, eröffnete Äbtissin MIAO Yan vor zahlreichen – trotz Regens und ungemütlichem Wetter ausharrenden Besuchern – am frühen Nachmittag das weitere Veranstaltungsprogramm. Mit der festlichen Begehung des hohen Feiertages in der Öffentlichkeit habe man das Ziel, mehr Menschen neugierig auf Buddha und seine Lehre der Barmherzigkeit zu machen. Und mit einem Lächeln auf den Lippen belegte Äbtissin Miao die Weisheit Buddhas selbst in kleinen Dingen unter Hinweis darauf, dass er bereits Jahrhunderte vor der Einführung dieser Praxis in Europa die Bedeutung des Zähneputzens unterstrichen habe.

Äbtissin und Meisterin MIAN Yan (rechts) eröffnet die Feierlichkeiten
Äbtissin und Meisterin MIAN Yan (rechts) eröffnet die Feierlichkeiten

In einem weiteren Grußwort dankte der Vorsitzende des „Buddhistischen Kulturvereins des Fo Guang Shan Tempels, LIU Bo, den Besuchern für ihr Kommen und lud auch herzlich zur Einnahme der von Mitgliedern der chinesisch-buddhistischen Community angebotenen Speisen ein: Das ist alles vegetarisch, und vegetarisch liegt ja in Deutschland groß im Trend,“ warb er. MDgt. a.D. Dr. Michael Borchmann schließlich begrüßte, dass gerade auch vor dem Hintergrund der großen chinesischen Community in der Region der Tempel unter Regie seiner Äbtissin den Westen noch stärker mit der so großartigen Religion des Buddhismus vertraut mache. Der bedeutende Schriftsteller Hermann Hesse habe in seinen Werken ja bereits auf die tiefe Weisheit des Buddhismus immer wieder hingewiesen, insbesondere in der Erzählung „Siddharta“. Zugleich gab Borchmann zu bedenken, dass neue wissenschaftliche Forschungen in den USA zu „Vor-Geburt-Erfahrungen“ und „Nah-Tod-Erfahrungen“ bemerkenswerte Ähnlichkeiten zu dem aufwiesen, was der Buddhismus seit mehr als 2.000 Jahren lehre, nämlich dem Samsara.

Nach den einführenden Worte war dann aber ein reiches Kulturprogramm angesagt, das auch zahlreiche eilige Passanten zum Verweilen veranlasste. So waren Tanzdarbietungen der Kindergruppe und der Mädchengruppe des Buddhistischen Kulturvereins ebenso zu sehen wie die Trommlerinnengruppe der chinesischen Schule Darmstadt oder auch eine im wahrsten Sinne des Wortes „meisterhafte“ Tai Chi Chuan Vorführung.

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