Ningbo – Perle des Jangtse-Deltas stellt sich in Frankfurt vor

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20.11.2019, Frankfurt a. M. – Die im Jangtse-Delta gelegene Stadt Ningbo besticht nicht nur durch ihren großen wirtschaftlichen Erfolg, es ist vielmehr eine der ältesten Städte Chinas überhaupt mit einer nahezu 7000-jährigen Geschichte. Unter Leitung von Vize-Bürgermeister LI Guanding stellte sich Ningbo nunmehr im Rahmen einer großen Wirtschaftskonferenz am 20.11.2019 in Frankfurt a. M. vor.

Vize-Bgm LI Guanding stellt Ningbo vor
Vize-Bgm LI Guanding stellt Ningbo vor

Ningbo ist nach Hangzhou mit einer Einwohnerzahl von 8,2 Mio die zweitgrößte Stadt der Erfolgsprovinz Zhejiang. Bereits während der Qin-Dynastie (221–207 vor Chr.) begann hier unter der Führung von Xu Fu der Seehandel mit dem Ausland. Innerhalb des 70-jährigen Bestehens der VR China hat sich Ningbo inzwischen von einer kleinen Handelsstadt zu einem herausragenden Wirtschaftszentrum und einer der bedeutendsten internationalen Hafenstädte weltweit entwickelt.

Zur Eröffnung der Wirtschaftskonferenz im Frankfurter Hotel Intercontinental dankte Vize-Bürgermeister Li vor einer sehr großen Besucherschar zunächst dem Frankfurter Generalkonsulat für die ausgesprochen engagierte Unterstützung der Veranstaltung bevor er seine Stadt in Rahmendaten vorstellte. Ningbo liege am südlichen Flügel des Jangtse-Deltas. Man sei eine der größten Hafenstädte der Welt, 120.000 Firmen hätten sich angesiedelt. Anhand konkreter Wirtschaftsdaten belegte der Vize-Bürgermeister, wie sehr Ningbo namentlich im Zusammenhang mit dem Außenhandel gewachsen sei. Man setze voll und ganz auf Offenheit und Öffnung und eben auch auf Belt & Road, gerade als Ausgangspunkt der maritimen Seidenstraße. Und den Handelsbeziehungen mit Deutschland komme eine lange Tradition und besondere Bedeutung zu. Bereits 1936 habe das Unternehmen Siemens eine große Brücke in Ningbo errichtet. Heute hätten sich auch namhafte deutsche Unternehmen in Ningbo angesiedelt wie etwa VW, Bosch, Linde und Metro. Auf der anderen Seite hätten Firmen aus Ningbo erheblich in Deutschland investiert. Sehr selbstbewusst trat Vize-Bürgermeister Li den aktuellen Störungen des freien Welthandels durch die USA entgegen: Der Handelskonflikt mit den USA beeinträchtige den Austausch mit Deutschland in keiner Weise. Das dynamische Wachstum in China werde weiter zunehmen. Ziel Chinas sei es nicht, die Weltwirtschaft zu dominieren, sondern gemeinsam mit Partnern zum beiderseitigen Wohl voranzukommen. Und die Bevölkerung Chinas sei stolz auf diese Entwicklung. Deutsche Investoren seien weiterhin herzlich eingeladen, in Ningbo tätig zu werden.

Stadtrat Claus Möbius, Mitglied der Frankfurter Stadtregierung (Magistrat), begrüßte die sich aus Unternehmensvertretern und den Chefs der wichtigsten Ämter der Stadtregierung zusammensetzende Delegation herzlich in der Main-Metropole. Hier lebten mehr als 10.000 Chinesen. Die Region beherberge die größte chinesische Business-Community Deutschlands und die zweitgrößte in Europa. Aber auch wichtige chinesische Institutionen seien hier angesiedelt, das europaweit größte Generalkonsulat, das Fremdenverkehrsamt, die China International Investment Promotion Agency (CIIPA), die CCPIT oder etwa die fünf größten chinesischen Banken. Stolz sei man ferner darauf, dass Frankfurt über eine deutschlandweit herausragende chinesische Sprachschule verfüge. Als internationales Finanz- und Logistikzentrum verfüge Frankfurt über sehr privilegierte Standortbedingungen. Besonders intensive Beziehungen pflege man zu der langjährigen Partnerstadt Guangzhou. Unter Hinweis auf die herausragende Geschichte und Kultur Ningbos und ihre aktuellen wirtschaftlichen Erfolge bekräftigte Stadtrat Möbius: Er würde sich freuen, wenn sich künftig zwischen Frankfurt und Ningbo ebenfalls enge und freundschaftliche Kontakte entwickeln würden.

Stadtrat Claus Möbius würde sich über eine Vertiefung der Beziehungen zwischen Frankfurt und Ningbo freuen
Stadtrat Claus Möbius würde sich über eine Vertiefung der Beziehungen zwischen Frankfurt und Ningbo freuen

Botschaftsrat ZHU Weige, Leiter der Wirtschafts- und Handelsabteilung des Frankfurter Generalkonsulats, verlieh seiner Freude Ausdruck, die Besucher namens des Generalkonsuls und des Generalkonsulats herzlich begrüßen zu können. Er unterstrich anhand von Daten den besonders hohen Stellenwert der chinesisch-deutschen Wirtschaftsbeziehungen, auch die ausgeglichene Handelsbilanz zwischen beiden Ländern. Bei seinem Exkurs auf die allgemeine Entwicklung in China hob Botschaftsrat Zhu auch die gerade zu Ende gegangene 2. Import Expo in Shanghai hervor: Deutschland sei hier das drittgrößte Ausstellerland gewesen. Seine Ausführungen beendete Botschaftsrat Zhu mit einem Appell an die deutschen Besucher: „Lassen Sie sich nicht von teilweise verzerrten Mediendarstellungen beeindrucken. Reisen Sie selbst nach China. Machen Sie sich Ihr eigenes Bild von dem Land!“

Botschaftsrat ZHU Weige: „Kommen Sie nach China und machen Sie sich ein eigenes Bild."
Botschaftsrat ZHU Weige: „Kommen Sie nach China und machen Sie sich ein eigenes Bild.“

Anschließend wurde den Besuchern Ningbo im Einzelnen vorgestellt von ZHANG Yan, Direktor des Handelsamtes der Stadtregierung. Unter Bekanntgabe einzelner Wirtschaftsdaten unterstrich er noch einmal die Offenheit der Stadt. Mit Aachen pflege man eine Städtepartnerschaft. In Ningbo hätten sich bedeutende deutsche Unternehmen angesiedelt, andererseits hätten 180 Firmen aus Ningbo in Deutschland investiert. Im Fokus der wirtschaftlichen Entwicklung stünden vor allem der Automotive-Bereich, ferner eine nachhaltige petrochemische Industrie, HiTech-Ausrüstungen, elektronische Informationstechnologie sowie Energieeinsparung und Umweltschutz. Gerade in Bezug auf den Hafen seien eine unbürokratische Zollverwaltung und eine zurückhaltende Kostenpolitik enorm wichtig. Über beides verfüge man. Und der Leiter der Zollverwaltung sei eigens in der Delegation mitgereist. Direktor Zhang erfasste in seiner Übersicht noch eine Vielzahl anderer Bereiche, wie die Entwicklung der Bereiche Forschung und Universitäten oder auch die strenge Rechtsprechung auf dem Sektor des Schutzes des geistigen Eigentums.

V.l.n.r. Stadtrat Claus Möbius (Magistrat der Stadt Frankfurter), stv. GDCV-Vorsitzender Dr. Michael Borchmann, Frau Prof. SOMG Huimin (Ningbo) und Dirk Schneider (sonderbeauftragter des Magistrats der Stadt Frankfurt)
V.l.n.r. Stadtrat Claus Möbius (Magistrat der Stadt Frankfurter), stv. GDCV-Vorsitzender Dr. Michael Borchmann, Frau Prof. SOMG Huimin (Ningbo) und Dirk Schneider (sonderbeauftragter des Magistrats der Stadt Frankfurt)

In weiteren Vorträgen stellten Johannes Vizethum (Ikara) die Dienstleistungen seines Unternehmens bei der künstlichen Intelligenz, HU Daojie die Erfahrungen von Haitian International bei der bilateralen Kooperation und Frau Carol Hasselmans die Angebotspalette der Consulting- und Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Moore Stephens vor. Abgeschlossen wurde die Vorstellung durch die Unterzeichnung zahlreicher Unternehmenskooperationen.

Stadtrat Möbius präsentiert Vize-Bgm. Li Rheingauer Riesling als hessisches Spitzenprodukt
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