Begleitmütter spenden Wärme

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Tang Qingying wurde im Dorf Laitang in der Provinz Jiangxi geboren. Ihre Eltern gingen, wie die Eltern der meisten Kinder des Dorfes, in Chinas Großstädte, um dort zu arbeiten. Damals ging sie gerade erst in die dritte Klasse. Tang Qingying blieb zurück in einem Alter, in dem sie sich besonders nach Zeit mit ihren Eltern sehnte.

Aufgrund ihrer Kindheit weiß Tang Qingying genau, wie wichtig es für Kinder ist, Zeit mit den Eltern zu verbringen. Tang und ihr Mann kündigten nach der Geburt ihres ersten Kindes daher ihre gut bezahlten Jobs in Zhejiang und kehrten in ihre Heimat zurück, um ihre Kinder dort beim Aufwachsen zu begleiten. Tang Qingying gehört zu den wenigen Frauen im Dorf, die studiert haben. Sie wurde daher gebeten, eine Begleitmutter zu werden, als das „Begleitmutter-Projekt“ in Laitang gestartet wurde.

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In dem Dorf wurde im Rahmen dieses Wohlfahrtsprojekts außerdem ein Heim für zurückgebliebene Kinder gegründet. Mit seinen vielen Büchern und Spielzeugen ist es ein Paradies für die Kinder, die weit weg von ihren Eltern leben. Anfangs wurden viele Kinder von dem Spielzeug in das Heim gezogen. Es dauerte aber nicht lange, bis sie das Spielzeug satt hatten. Tang Qingying wusste, dass sie sich etwas Neues ausdenken musste. Sie fragte bei jedem Hausbesuch nach den Wünschen der Kinder und arbeitete dementsprechende Pläne aus. Die Kinder waren sehr froh, wenn Tang ihre Vorschläge annahm.

Tang Qingying lud häufig Tanzvideos aus dem Internet herunter, erlernte die Tänze und brachte sie dann den Mädchen im Heim bei. Mit den Jungs spielte sie häufig Ball. Eines Tages entdeckte sie an einer Wand im Hof des Heims eine Kinderhandschrift in Kreide: „Kinderheim, unser Zuhause, Begleitmutter, unsere Mutter“. Tang Qingying war dadurch tief gerührt. In diesem Augenblick wusste sie, dass es all ihre Mühe wert war.

In Beijie in der Provinz Guizhou gibt es ebenfalls viele Einwohner, die das Dorf als Wanderarbeiter verlassen haben. Tang Zhengxian fungiert seit fast vier Jahren als Begleitmutter der zurückgebliebenen Dorfkinder. Tang war selbst auch ein zurückgebliebenes Kind. Sie geht regelmäßig zu Hausbesuchen und dokumentiert das Leben der Kinder. Sie bringt den Kindern durch intelligenzfördernde Veranstaltungen und lustige Spiele verschiedene Alltagsfähigkeiten bei. Dank Tang Zhengxians Bemühungen sind einige schweigsame und zurückhaltende Kinder offener geworden. „Selbst Kinder in der Pubertät sagen mir gerne, was ihnen am Herzen liegt“, sagt Tang voller Stolz.

Tang Zhengxian hat zudem eine WeChat-Gruppe für die Eltern der Kinder gegründet. Dadurch können sich die Eltern und ihre Kinder per Videoanruf unterhalten und die Eltern bekommen Fotos aus dem Alltag ihrer Kinder. „Jeder im Dorf, ob alt oder jung, grüßt mich herzlich. Ich habe das Gefühl, dass ich wirklich Mutter der zurückgebliebenen Kinder geworden bin“, so die Begleitmutter. Glück sei keine Einbahnstraße. Sie habe als Begleitmutter ihr Lebensziel gefunden. Zusammen zu wachsen, sei das beste Geschenk von Mutter und Kind.

(Quelle: China Radio International)

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